Donnerstag, 8. Januar 2026 18:05
Gedenkstein Helmut Kleinert

Wanderung an der tödlichen Grenze

Ehemalige Beamte des Bundesgrenzschutzes und Zollgrenzdienstes kehren zu ihrer Wirkungsstätte zurück.

Bei optimalem Wetter wanderten rund 30 ehemalige Grenzschützer mit Gästen 13 Kilometer entlang der einst innerdeutschen Grenze von Hohegeiß auf dem Kolonnenweg zum Freilandgrenzmuseum bei Sorge und weiter auf dem Wanderweg an der Warmen Bode bis zur Bremke-Begegnungsstätte an der Bundesstraße 27 bei Braunlage.

An der „Harzer Grenzwanderung“, die Wolfgang Roehl und Lothar Engler akribisch ausgearbeitet hatten, nahmen auch Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt aus Lutter am Barenberge und seine Frau sowie zwei aus der DDR geflüchtete Schüler teil. Reste der Grenzsicherungsanlagen des schier unüberwindlichen Fluchtverhinderungssystems befinden sich im Originalzustand an ihrem ursprünglichen Standort als Erinnerung an die deutsche Teilung und Mahnmal im Freilandgrenzmuseum bei Sorge.

Hierzu gehören unter anderem Grenzzäune aus Streckmetallgitter und mit Selbstschussanlagen SM-70, eine Hundelaufanlage und Gewässersperre, ein Erdbunker sowie ein 11 Meter hoher Beobachtungsturm. Im Grenzabschnitt Sorge sind bei Fluchtversuchen sechs Flüchtlinge, darunter auch ein 15-jähriger Schüler, von Soldaten der DDR-Grenztruppen erschossen worden. Das ZDF hat über die am 8. Dezember 1979 gescheiterte Flucht von zwei Schülern kürzlich einen Dokumentarfilm ausgestrahlt.

Text/Fotos: Helmut Gleuel