Mittwoch, 4. März 2026 17:03
Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz – Band 12 der Schriftenreihe erschienen.

Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz – Band 12 der Schriftenreihe erschienen

Wernigerode. Der soeben erschienene Band enthält die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tagung des Nationalparks Harz am 20.11.2013 im Kloster Drübeck – das Thema war „Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz“. Diese Frage wird immer wieder, oft auch sehr emotional, diskutiert.

Zunehmend fokussiert sich die Diskussion auch auf Großschutzgebiete, in denen der Prozessschutz Vorrang hat. Es wurde auf der Tagung darauf verwiesen, dass auch das Wild als Wildtier Bestandteil der Natur und schützenswert sei. Im Nationalpark Harz als Entwicklungsnationalpark wird die Wildbestandsregulierung allerdings auf absehbare Zeit unverzichtbar sein. Den Handlungsrahmen gibt der gültige Nationalparkplan Harz vor:

„Die grundsätzliche Verpflichtung, im Nationalpark „Natur Natur sein zu lassen“, stößt im Falle des Wildes auf Grenzen. Da der Nationalpark Harz nicht isoliert von seinem Umland betrachtet werden kann, die Zusammensetzung der Wildpopulationen nicht mehr natürlich ist und die Regulationsmechanismen nicht identisch mit denen der ursprünglichen Naturlandschaft sind, ist es notwendig, regulierende Eingriffe in die Wildbestände vorzunehmen, die der Schutzzweck erfordert.“

Der Nationalparkplan formuliert die Zielsetzung, die natürlichen Wildtierbestände des Harzes zu erhalten und zu fördern. Sie sind im Rahmen der naturdynamischen Entwicklung und der gesamtökologischen Zusammenhänge wo immer möglich sich selbst zu überlassen. Das gilt auch für die dem Jagdrecht unterliegenden Arten, soweit die Schutzziele des Nationalparks dies zulassen und keine unzumutbaren Wildschäden im Umfeld des Nationalparks zu befürchten sind. Das Erreichen dieser Schutzziele ist besonders durch einen zu hohen Bestand des Rotwilds gefährdet. Die Regulierung dieser Wildart hat deshalb im Nationalpark hohe Priorität.

Für die Tagung konnten Referenten aus Wissenschaft und Praxis gewonnen werden, so Dr. Michael Petrak, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Nationalparks Harz, Dr. Peter Meyer, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt Göttingen, ebenfalls Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats, aber auch Olaf Simon vom Institut für Tierökologie und Naturbildung, Manfred Bauer, Leiter des Nationalparks Kellerwald, sowie Andreas Keßling, Andreas Keßling, Büro für Naturschutz, Baum- und Landschaftspflege. Den Einleitungsvortrag hielt der Leiter des Nationalparks Harz Andreas Pusch. Aus dem Fachbereich Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung waren Frank Raimer und Sabine Mané mit Vorträgen vertreten.

Die Vorträge aller genannten Referenten sind im neuen Band dokumentiert. Er kann für 5,- € bei der Nationalparkverwaltung Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode (poststelle@npharz.sachsen-anhalt.de oder Tel. 03943/5502-0) erworben werden und ist auch in den Nationalparkhäusern erhältlich.

 

Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz – Band 12 der Schriftenreihe erschienen.
Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz – Band 12 der Schriftenreihe erschienen.