Donnerstag, 8. Januar 2026 22:32
Tag des offenen Denkmals
Glocken mit Bodo Meyer

Tag des offenen Denkmals in Hornburg

Zum Tag des offenen Denkmals hatte die Kirchengemeinde Hornburg/Isingerode in die Marienkirche Beatae Mariae Virginis eingeladen.

In diesem Jahr feiert die Kirche ihr 400-jähriges Kirchweihjubiläum. Ein Altarbild aus der vorherigen Kirche, die wegen Baufälligkeit um 1614 abgerissen werden musste, fand die Blicke der Besucher. Darauf sind die Mühle und die Burg zu sehen, beide haben großen Bezug zu Hornburg.
Die Barocke Orgel mit fünf Pfeifentürmen wurde 1707 vom Hornburger Tischlermeister Georg Froböse geschaffen. Die heutige Orgel wurde 1894 von Ernst Röver hinter das Projekt gebaut und besitzt 1500 Pfeifen, 29 Register und zwei Manuelle.
Die Engel der himmlischen Heerscharen sollten sich nach etwa 250 Jahren wieder bewegen. Bodo und Dennis Meyer schafften dies in zehn Monaten Eigenleistung. Für den Aufbau und die Montage wurden etwa 150 Arbeitsstunden benötigt. Die Premiere war im September 2012. Der Antrieb erfolgt über sechs Seile in etwa acht Meter Länge mit Umlenkungen über den Glockenturm.

Der Turm

Eine Attraktion für die Besucher war die Bestigung des Kirchturms, wo auch der imposante Dachstuhl besichtigt werden konnte. Walter Bonse erklärte den Besuchern den Aufbau: die Höhe beträgt 13 Meter, die Breite 20 Meter und die Länge 40 Meter. Die Gesamtfläche umfasst 800 Quadratmeter und das Raumvolumen beträgt 5200 Kubikmeter. Die bis zu 20 Meter langen Balken aus Laubholz stammen aus dem Harz. Zwischendurch in einer Etage ist noch die alte Kirchturmuhr zu bestaunen, die allerdings nicht mehr in Betrieb ist. Ist man über die vielen engen und beschwerlich zu besteigenden Treppen oben angekommen, ist ein herrlicher Blick über die Stadt Hornburg möglich.

Anja Stadler und Bodo Meyer erläuterten den gewaltigen Glockenturm. Im ersten Weltkrieg wurden die Bronze-Glocken entfernt und der Firma Krupp zur Herstellung von Waffen zugeführt. 1922 wurden dann wieder Eisenglocken in den Turm eingebaut. Diese wurden für den Glockenturm zu schwer und deshalb vor 25 Jahren durch drei Bronzeglocken ersetzt. Die alten Glocken fanden vor der Kirche und dem Heimatmuseum sowie in Isingerode auf dem Friedhof einen neuen Platz.

Neben Vorführungen von Handwerkerständen gab es ein kleines Orgelspiel durch die Organistin der Gemeinde, Birgit Meyer. Mit einer Andacht von Pfarrer Olaf Schäper wurde der Tag des offenen Denkmales beendet.