Bei herrlichem Spätsommerwetter am Tag des offenen Denkmals kamen zahlreiche große und kleine Besucher zur Vienenburg.
Das Team vom Vienenburger Wahrzeichen hatte wieder ein buntes Programm zusammengestellt, wobei das Hauptthema war „Welche Sanierungsschritte stehen im historischen Teil der Vienenburg an?“. Zu diesem Anlass hatte das Ingenieurbüro für Baustatik, Ehelebe aus Wernigerode, spezialisiert auf den Denkmalschutz, zu zwei Führungen eingeladen. Interessierte Besucher informierten sich über den Zustand des „Brauhaus der BurgVienenburg“.
Geschichte
Das Gebäude wurde Anfang des 16. Jahrhunderts als dreigeschossiger Speicherbau errichtet. Es erfolgte 1733 eine Erneuerung der Fassaden und der Umbau zum Brauhaus und im 19. Jahrhundert der Einbau der Lüftungsgauben. Im 20. Jahrhundert erfolgte die Änderung der Räumlichkeiten in Wohnung, Werkstatt und Lager.
Der Vertreter des Ingenieurbüros erläuterte die bisherige Tätigkeit am Brauhaus. So erfolgte eine Notsicherung der hofseitigen Fachwerkwand und es wurden Beobachtungen der Schiefstellung über einen längeren Zeitraum mittels Pendellot getätigt. Weiterhin wurden eine statische Nachrechnung des verformten Gebäudes und eine Variantenuntersuchung für Reparaturen unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes vorgenommen.
Das momentane, statische Sanierungskonzept sieht Reparaturen und Auswechslungen von geschädigten Balken vor. Allerdings wird die Schiefstellung der Gebinde nicht korrigiert. Eine wirksame Lagesicherung wird hergestellt sowie die Abfangung der Fachwerkwand. Die Entscheidung über die Art und Gestaltung der Sanierung hängt von der zukünftigen Nutzung der Räumlichkeiten und der Finanzierbarkeit ab.
Kinderprogramm
Wie bereits in den vergangenen Jahren hatte die Vienenburger Bürgergemeinschaft e.V., unter der organisatorischen Leitung von Jila Segieth, ein kreatives Kinderprogramm vorbereitet, das Eltern und Kinder begeisterte. Gegen eine Spende für das Kinderprogramm konnten verschiedene Tongefäße mit unterschiedlichen Techniken individuell bemalt werden, aus luftgetrocknetem Ton wurden Skulpturen, Gefäße und Wandschmuck geformt. Außerdem wurden in den Nachmittagsstunden über 80 Bilder von kleinen Künstlerinnen und Künstlern in Airbrushtechnik angefertigt.
Das Bündnis ‚Vielfältiges Vienenburg‘ war auch in diesem Jahr wieder zum Tag des offenen Denkmals mit einem Stand auf der Vienenburg vertreten. Flüchtlinge aus Eritrea, Liberia, Albanien, Tschetschenien, Serbien und Syrien boten selbst zubereitete Speisen aus ihren Herkunftsländern an.
Die Besucher nahmen das vielfältige Angebot gerne an und bereits nach zwei Stunden waren alle Gerichte ausgegeben und die Spendenbox gefüllt. Die Freiwillige Feuerwehr hatte für Speisen und Getränke gesorgt, der Erlös ist für die Jugendfeuerwehr bestimmt. Die Ausstellung „Blicke auf Vienenburg – historisch, neu, ungewohnt“ war mit 460 Besuchern gut besucht, so Marlene Richter vom Vienenburg-Team.
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