Montag, 12. Januar 2026 5:08
Burg Vienenburg
Ausstellung im Burgsaal „Vergangene Macht, vergängliche Pracht“

Tag des offenen Denkmals auf der Burg Vienenburg

Bei herrlichem Spätsommerwetter kamen zahlreiche große und kleine Besucher am Tag des offenen Denkmals auf die Burg Vienenburg.

Das Team vom Vienenburger Wahrzeichen hatte wieder ein buntes Programm zusammengestellt. Zu diesem Anlass hatte das Ingenieurbüro für Baustatik, Dr. Konrad Ehelebe aus Wernigerode, spezialisiert auf den Denkmalschutz, zu der Was sagt uns das Brauhaus zu seiner Geschichte?-Führung eingeladen. Viele Besucher informierten sich über den Zustand des Brauhauses der Burg Vienenburg.

Das Gebäude wurde Anfang des 16. Jahrhunderts als dreigeschossiger Speicherbau errichtet.

Es erfolgte 1733 eine Erneuerung der Fassaden und der Umbau zum Brauhaus und im 19. Jahrhundert der Einbau der Lüftungsgauben. Im 20. Jahrhundert wurden die Räumlichkeiten in eine Wohnung, eine Werkstatt und ein Lager umgebaut. Die am Brauhaus durch die Jahrhunderte entstandenen Schiefstellungen in Längs- und Querrichtung sollen weitestgehend erhalten bleiben, so Dr. Konrad Ehelebe.

Allerdings ist die Fachwerkkonstruktion an vielen Stellen sehr stark geschädigt und muss dringend repariert werden.

Das Ingenieurbüro stellte vor, welche Varianten die Statiker bisher untersucht haben, um die Gebäudeaussteifung im Einklang mit einer sinnvollen späteren Nutzung abzusichern. Nach intensiver Rücksprache mit Denkmalamt und Bauaufsichtsbehörde zeichnet sich folgende Lösung ab: Der Einbau eines massiven Treppenhauses.

Damit wären gleichzeitig zwei Altprobleme gelöst: die fehlende Aussteifungsproblematik und ein brandsicherer Zugang zu den Wohnungen im Torhaus. Derzeit werden die nötigen Anträge vom Architekturbüro Villa Lila gestellt, um Fördermittel für diese existenziell wichtige Baumaßnahme zu bekommen.

Das Thema des Kinderprogramms lautete Basteln und Spielen mit Prinzessinnen und Rittern.

Mit Begeisterung angenommen wurde von vielen Kindern, Eltern und Großeltern das kreative Programm auf der Vienenburg. Unter der organisatorischen Leitung von Jila Segieth und mit tatkräftiger Unterstützung von Elke Stolte, Angelika Urban und Claudia Grett entstanden wunderschöne Kinderkronen und Feuerdrachen. Ein Besuchermagnet war das von Jila Segieth entworfene Würfelspiel, bei dem Ritter viele Spielstationen durchlaufen mussten, um am Ende eine von Drachen geraubte Prinzessin aus einer Burg befreien zu können. Da dem Team der Vienenburger Bürgergemeinschaft e.V. auch die Leseförderung von Kindern besonders am Herzen liegt, durfte sich jedes teilnehmende Kind nach erfolgreicher Teilnahme am Programm ein Pixi- oder Kinderwissensbuch aussuchen und in eine Truhe mit verheißungsvollem Inhalt greifen.

Seit drei Jahren ist Vielfältiges Vienenburg zum Tag des offenen Denkmals auf der Burg mit einem Stand vertreten.

Auch in diesem Jahr haben die Migrantinnen Spezialitäten aus ihrer Heimat gekocht und gebacken. Es gab Köstlichkeiten aus Syrien, Russland, Liberia, Albanien, Tschetschenien und dem Irak. Zum Beispiel Falafel, gefüllte Weinblätter, Pita, Salate und Kuchen, die gegen eine Spende an die Besucher abgegeben wurden. Bereits nach drei Stunden war alles verzehrt.

Die Freiwillige Feuerwehr hatte für Speisen und Getränke gesorgt, der Erlös ist für die Jugendfeuerwehr bestimmt.

Im Burgsaal, dem ehemaligen Kuhstall der Burg, wird die Ausstellung mit dem Titel Vergangene Macht, vergängliche Pracht in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiven Goslar und Thale sowie mehreren Fotokünstlern aus der Region präsentiert.

Bis Samstag, 16. September, täglich von 15 bis 17 Uhr, ist die Ausstellung noch geöffnet.
Im Burg-Cafe war eine Ausstellung Handwerk-kleine Kunst von Hiltrud Lamken aus Wiesbaden zu sehen. Sie präsentierte Unikate aus Holz, Vasen, Metall, Skulpturen und Deko-Artikel. Demnächst wird Hiltrud Lamken nach Vienenburg ziehen und dann mit zum Vienenburg-Team gehören.

Wann die Eröffnung des Burgsaales ist, steht noch nicht fest, so Marlene Richter vom Vienenburg-Team.