Freitag, 9. Januar 2026 1:18
Nach der Kranzniederlegung (v.l.n.r. Willi Eligehausen, Detlef Wittenberg, Ulrich Schulze, Claus Jähner und Helmut Gleuel)

Reservisten und zivile Besucher gedachten auf dem Ehrenfriedhof Oderbrück der Opfer von Krieg und Gewalt

Möge unsere Welt friedlicher und sicherer werden
Reservisten und zivile Besucher gedachten auf dem Ehrenfriedhof Oderbrück der Opfer von Krieg und Gewalt

ODERBRÜCK. Vor 69 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Am Volkstrauertag gedenken wir der Millionen Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft und Terror. Aber auch allen Einsatzkräften die in Kriegs- und Krisengebieten ums Leben gekommen sind. Der Volkstrauertag ist ein Gedenktag, der das Vergessen schützt und sich gegen Krieg und Gewalt richtet“,

„Ich stehe hier am Grab eines jungen Soldaten, der im Alter von nicht einmal 17 Jahren in den letzten Tagen des wahnwitzigen Zweiten Krieges im Oberharz fiel“, so begann Oberstleutnant d.R. und Vorsitzender der Gesellschaft für Sicherheitspolitik -Sektion Goslar- Claus Jähner seine eindrucksvollen Gedenkworte. Er erinnerte an die damaligen Ereignisse und Stimmungen vor Beginn des Krieges. „Ihm schauert es, wenn er die aktuellen Geschehnisse beobachte. Die Ehrenfriedhöfe mahnen uns, eine versöhnliche Außenpolitik zu betreiben und uns auf den Verteidigungsauftrag zu besinnen.“

Oberstleutnant d.R. Claus Jähner hält die Gedenkrede und nimmt die Totenehrung vor
Oberstleutnant d.R. Claus Jähner hält die Gedenkrede und nimmt die Totenehrung vor
Rainer Eckstein spielt auf seinem Jagdhorn die Hymne „Ich hatt´ einen Kameraden“
Rainer Eckstein spielt auf seinem Jagdhorn die Hymne „Ich hatt´ einen Kameraden“
In diesem Jahr richtete die Reservistenkameradschaft Wiedelah/Bad Harzburg (Kreisgruppe Harz im Reservistenverband) in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Harz die traditionelle Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof bei Oderbrück im Oberharz aus. Ehrenposten stellten Oberstabsfeldwebel d.R. Willi Eligehausen und Oberstabsgefreiter d.R. Detlef Wittenberg aus Bad Harzburg. An der öffentlichen Gedenkfeier nahmen, sichtlich wegen des nasskalten Wetters, nur wenige Zivilpersonen, sowie der zuständige Revierförster der Nationalparkverwaltung Harz, die Polizei Braunlage und Reservisten aus dem Nordharz teil.

Nach der Gedenkrede nahm Claus Jähner die Totenehrung vor. Während Rainer Eckstein aus Altenau auf seinem Jagdhorn die Hymne „Ich hatt´ einen Kameraden“ spielte, legten am Hochkreuz für den Bundesminister der Verteidigung Hauptfeldwebel d.R. Helmut Gleuel und für das Land Niedersachsen Revierförster Ulrich Schulze und Oberstleutnant d.R. Claus Jähner Kränze zum Gedenken nieder.

Der in 810 Meter Höhe am Wanderweg zwischen Oderbrück und Brocken im Juli 1946 mit Vertretern der britischen Militärregierung eingeweihte Ehrenfriedhof zählt zu den am stärksten besuchten Kriegsgräberstätten. Auf dem höchstgelegenen Ehrenfriedhof in Niedersachsen sind 99 überwiegend jugendliche deutsche Soldaten, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges bei den sinnlosen Kriegshandlungen zwischen Torfhaus und Oderbrück im Oberharz ihr Leben verloren haben sowie 14 unbekannte russische Zwangsarbeiter, die als Kriegsgefangene in Transporten sterben mussten, bestattet.
Grabstein eines 17-jährigen Soldaten
Grabstein eines 17-jährigen Soldaten

Text/Fotos: Helmut Gleuel