Freitag, 9. Januar 2026 3:14
Gedenkstätte der Bundeswehr in Schwielowsee

Reservisten der Harzregion informieren sich über die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und besichtigen historische Plätze in Potsdam

Kranzniederlegung auf der Gedenkstätte „Wald der Erinnerung“ der Bundeswehr

Harz/Potsdam. Eine interessante sicherheitspolitische Veranstaltung organisierte die Kreisgruppe Harz im Reservistenverband in Kooperation mit der Politischen Bildungsstätte Helmstedt.

Soldaten der Reserve, die teilweise mit ihren Ehefrauen angereist sind, nutzten die Möglichkeit, sich über das Thema zu informieren und diskutieren.
Engagiert referierte der Leiter der Bildungseinrichtung, Thomas Strelow, über das „Ende des Zweiten Weltkrieges und den Beginn des Kalten Krieges“, die er mit historischen Bildern und Dokumentarfilmen ergänzte. Unverständnis zeigten die Seminarteilnehmer, dass der Krieg spätestens bei der aussichtslosen Lage für das Deutsche Reich fortgesetzt worden ist. Die sogenannten Wunderwaffen, unter anderem die V1, V2 und V3, standen zu spät zur Verfügung und erfüllten nicht die erhofften Erwartungen.

Nach der theoretischen Aufarbeitung der Thematik, besichtigte das 19-köpfige Gremium bei Kaiserwetter historische Orte in der brandenburgischen Hauptstadt Potsdam. Diese waren die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße (ehemaliges zentrales Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Militärspionageabwehr), die Glienicker Brücke und das Schloss Cecilienhof, in dem die Potsdamer Konferenz durchgeführt worden ist.

Erschrocken und sprachlos waren die Teilnehmer, als sie von zwei sachkundigen Leuten in zwei Gruppen durch die Gedenk- und Begegnungsstätte in der Leistikowstraße geführt wurden. Die ausgelegten Dokumente, an Wänden angebrachten Informationstafeln und katastrophalen Räumlichkeiten (Haftzellen, Waschbecken, Toiletten u.a.) belegen, wie menschenunwürdig die Häftlinge während des Kalten Krieges (von August 1945 bis zur Auflösung des KGB 1991) im zentralen Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Militärspionageabwehr untergebracht und behandelt worden sind. Bei der Auflösung der Haftanstalt sind die Aufzeichnungen nach Moskau geschafft worden. Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen der sowjetische Geheimdienst gefangen hielt.

Die aus einer Stahlkonstruktion erbaute Glienicker Brücke verbindet über die Havel Potsdam mit Berlin, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, am 19. Dezember 1949 von der DDR als „Brücke der Einheit“ wieder eröffnet und durch den dreimaligen Austausch hochkarätiger Agenten während des „Kalten Krieges“ weltberühmt.

Im Schloss Cecilienhof wurde Weltgeschichte geschrieben. Im Sommer 1945 legten in der Potsdamer Konferenz die Siegermächte Sowjetunion (Josef Stalin), USA (Harry S. Truman) und Groß Britannien (Winston Churchill) die räumliche Aufteilung Deutschlands und Europas fest.

Als Abschluss der informativen Exkursion gedachten die Harzer Reservisten auf der am 15. November 2014 eingeweihten Gedenkstätte der in Auslandseinsätzen im Rahmen von Mandaten der UN, NATO, EU oder OSZE an zahlreichen bei Friedens- und Stabilisierungsoperationen sowie Beobachtermissionen und humanitären Hilfsaktionen getöteten Soldaten der Bundeswehr, und legten einen Kranz nieder. Im „Wald der Erinnerung“, die derzeit mit fünf Ehrenhainen in einer Waldlichtung der Henning-von-Tresckow-Kaserne im Ortsteil Geltow der Gemeinde Schwielowsee bei Potsdam würdevoll angelegt worden ist, wird an mehr als hundert gefallenen Soldaten seit 1992 erinnert. In der Kaserne ist unter anderem das im Jahr 2001 aufgestellte Einsatzführungskommando der Bundeswehr stationiert.

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Text / Bilder: Helmut Gleuel