Donnerstag, 8. Januar 2026 16:54
Begrüßung: Stefan Bolde-Müller führt eine Gruppe von Schülern in das Thema ein

Reanimationstag im Ratsgymnasium Goslar

Seinen ersten Reanimationstag veranstaltete jetzt das Goslarer Ratsgymnasium. In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Goslar wurden jetzt 250 Schüler der achten bis zehnten Klassen in den Themenkomplexen Erkennen einer Notsituation, Absetzen eines Notrufs, Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) und Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) geschult.

„Auf Initiative der Deutschen Anästhesie in Kooperation mit dem German Resuscitation Council, soll ab der Jahrgangsstufe sieben das Thema „Wiederbelebung bei einem plötzlichen Herzstillstand“ in den Unterricht aufgenommen werden. Der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz befürwortete in seiner 395. Sitzung die Einführung von zwei Unterrichtstunden zu diesem Thema und empfiehlt den Ländern, die Lehrkräfte entsprechend schulen zu lassen“, so der Initiator der Veranstaltung, Stefan Bolde-Müller. Er ist Lehrer am Ratsgymnasium und leitet dort als Beauftragter für die Erste Hilfe  den Schulsanitätsdienst mit 40 Schülern. Des Weiteren engagiert er sich ehrenamtlich als Erste Hilfe Ausbilder beim DRK und führt an seiner Schule Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinbewerber durch. Im letzten Jahr wurde in Kooperation mit dem DRK die Arbeitsgruppe Schule gegründet

Dirk Noll, stellvertretender Ausbildungsbeauftragter des DRK Kreisverbandes Goslar erläutert den Ablauf des Reanimationstages: „Ziel der Grundausbildung mit Informationen, Demonstrationen und praktischen Übungen ist, die Schülerin oder den Schüler zu befähigen, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen und einen Notruf sowie Wiederbelebungsmaßnahmen (die Herz-Druck-Massage) selbständig vornehmen zu können.

Schüler werden also zu Lebensrettern. Das ist eine gute Nachricht. Denn: Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen. Und: Jeder kann helfen – nicht nur Erwachsene, sondern eben auch Schüler. Es ist ganz leicht. Und man kann nichts falsch machen: Prüfen. Rufen. Drücken. Tatsache ist: Die sofortige Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance. Denn sie hält den lebenswichtigen Blutkreislauf in Gang, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist“.

Die Klassen, die 90 Minuten pro Jahrgang nacheinander geschult wurden bekamen zu Beginn der Veranstaltung eine theoretische Einweisung durch Stefan Bolde-Müller und die acht haupt- und ehrenamtlichen DRK-Ausbilder. Danach wurden sie in vier Gruppen aufgeteilt und konnten an Übungspuppen unter Aufsicht und Anleitung der Ausbilder selbst einmal die Herz-Lungen-Wiederbelebung ausprobieren. Sechs Minuten am Stück musste die Übung durchgeführt werden. „Das ist eine realistische Zeit, bis der Rettungsdienst bei einem echten Notfall eintrifft und die weiteren Maßnahmen übernimmt“, so Bolde-Müller. Danach stand noch die Anwendung eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) im Zusammenspiel mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung auf dem Schulungsplan. „Die Anwendung eines AED kann die Überlebenschance eines Patienten bis zu 75 Prozent erhöhen“, so Ausbilder Dirk Noll.

Der Reanimationstag, der in Zukunft jedes Jahr stattfinden soll hat das Ziel, die Schüler sicherer bei den notwendigen Handlungen und Handgriffen bei Notfällen zu machen. Stefan Bolde-Müller verdeutlicht dies seinen Schülern an einem Beispiel: „Viele von euch machen Sport oder spielen ein Instrument. Auch hierfür müsst ihr trainieren um die Handgriffe und Bewegungen im Schlaf zu können. Genau so ist es bei der Ersten Hilfe. Je öfters man trainiert, desto mehr Routine bekommt man“. Er wünscht seinen Schülern jedoch, dass sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung nie bei einem realen Notfall anwenden müssen.

Foto: Timo Pischke\DRK Kreisverband Goslar