Freitag, 2. Januar 2026 6:38
Chorprobe

Keine der 1000 Chorproben verpasst

Eine besondere Ehrung konnte der 1. Vorsitzende des Männergesangverein „Concordia“ Wiedelah, Martin Bolik, bei einer Chorprobe vornehmen. Seit dem 14. Oktober 1991 hat der erste Tenor von „Concordia“, Georg Geisler, keine der 1000 Singabende verpasst.

Er unterbrach sogar Urlaube an der Küste, um an den Übungsabenden teilzunehmen. Einmal pro Woche, seit einigen Jahren im katholischen Pfarrheim, zwei Stunden für das Singen zu opfern – für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Es macht einfach Spaß und wenn ich von einem Singabend zu Hause in Goslar ankomme, dann fühle ich mich einfach fitter, gesteht der 63-Jährige. Als die Chorprobe einmal kurzfristig, als ich im Urlaub war, von Mittwoch auf Dienstag verlegt wurde, haben alle verdutzt geschaut, als ich plötzlich im Pfarrheim auftauchte.

Früher wurde bei Abel auf dem Saal gesungen, nach dem Besitzerwechsel ging es in den Fürstenhof. Seit einigen Jahren ist nun jeden Mittwoch das katholische Pfarrheim das Ziel von Georg Geisler. In den 46 Jahren hat Geisler unter fünf verschiedenen Chorleitern, Werner Zierbeck, Heinrich Viering, Jürgen Schader, Arnold Gildner, und Hans-Werner Ehbrecht gesungen, seit 2007 leitet Katja Nalborczyk den Männerchor mit Erfolg. Den Vorsitz hatten in dieser Zeit Paul Lüttgau, Werner Tögel, Werner Froese und Martin Bolik.

Musikalisch war „Schorse“ wie er von allen genannt wird, schon immer. Als Jugendlicher sang er als einer von zwei Jungen im Schulchor, der sonst nur aus Mädchen bestand. Beim KKS Wiedelah war er Tambomajor und bildete die Pfeiffer und Trommler selbst aus.

1970 trat der gebürtige Lochtumer, er kam 1956 mit seinen Eltern nach Wiedelah, als junger Mann in „Concordia“ ein. Damals waren Vorsingen und Probezeit eine Pflicht. „Als ich damals anfing, war ich unter lauter „Alten Leuten“, aber die konnten gut feiern, damals bei Abel war der Übungsabend immer Freitags und anschließend saß man noch lange zusammen“, erinnert er sich. Als er damals eintrat, waren es noch 60 aktive, heute sind es noch 35 Sänger. Auch ein Ehrenamt hat er inne, er ist als Notenwart tätig.

Seit dem Start in das Sängerleben sind schon viele ehemalige Mitstreiter verstorben, 1996 rückte er von der zweiten Tenor-Stimme zur ersten auf. Meine Eltern hatten einen Bauernhof, nach der Schule ging es auf das Feld, die Schularbeiten wurden abends gemacht. Als er 1978 aus Wiedelah weg zog, hatte im Goslarer Ortsteil Sudmerberg sein neues Zuhause, doch dem Wiedelaher Chor blieb er weiter treu. Früher richtete er seinen Urlaub nach der Sommerpause des Chores, nun kann „Schorse“ sich selbst alles einteilen, seit dem 1. Mai ist er Rentner.

Auch das Gesellige kommt im Verein nicht zu kurz, viele „Ständchensingen“ oder das traditionelle „Boßelturnier“ am 10. September und die Busfahrt am 9. Oktober gehören dazu. Ernst wird es am 25. September, an diesem Tag wird zum Freundschaftssingen und am 18. Dezember, zum Weihnachtskonzert in die katholische Kirche eingeladen.