Sonntag, 11. Januar 2026 0:10
Stadtteilverein Jürgenohl

Informationsabend Stadtteilverein Jürgenohl/Kramerswinkel

Der Stadtteilverein Jürgenohl/Kramerswinkel e.V. lud zu einer weiteren öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung im Gemeindesaal der Sankt Georg Gemeinde ein.

Folgende Themen standen auf dem Programm: „Integration 2.0.Vorbild Jürgenohl? Was ist gelungen? Wo ist Handlungsbedarf? Eine Jahresbilanz wurde gezogen“ .

Vor gut einem Jahr wurde zu einer öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema: Flüchtlinge, Asylbewerber, Migranten in Goslar /Jürgenohl eingeladen. Wo wurden die Flüchtlinge untergebracht? Ist die Kriminalität gestiegen? Welche Erfahrungen haben die Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen gemacht.
Die Fragen wurden von den Podiumsvertretern beantwortet: Thomas Brych (Landrat des Landkreis Goslar), Oliver Grotha (Zentraler Kriminaldienst Polizeiinspektion Goslar), Susanne Ohse (Verein Leben in der Fremde), Lara Henne (Quartiersmanagement Jürgenohl) und Moderator war Sascha Göritz. Jeder der vier Podiumsvertreter trug die Erfahrungen des vergangenen Jahres mit Flüchtlingen vor.
Landrat Thomas Brych berichtete, dass 1577 Flüchtlinge in den acht verschiedenen Gemeinden und Städten im Landkreis in Wohnungen untergebracht sind. In Jürgenohl leben 64 Flüchtlinge und 775 Ausländer. Der Landrat sieht als größtes Problem die Sprachbarrieren, denn etwa 40 Prozent sind Analphabeten, alle Flüchtlinge erhalten einen 100 Stunden-Sprachkurs nach einem festen Stundenplan, was bei einigen Teilnehmern nicht ausreicht.
Erfreut zeigte sich Susanne Ohse, dass es in jedem Ort verschiedene Gruppen gibt, so in Jürgenohl die Freiwilligenagentur. Diese sprechen sich dann ab, so wird über Energieverbrauch beraten, Kulturangebote angeboten oder die Sportvereine organisieren viele Veranstaltungen. Beim Job- Speeting hat ein Teilnehmer sofort Arbeit gefunden, wenn die Teilnehmer Deutsch können und eine Arbeitserlaubnis haben ist es kein Problem, so Susanne Ohse.
Seit etwa fünf Jahren bietet das Wohncafe in der Danzigerstraße 53 Integrationsberatungen an, so Lara Henne vom Quartiersmanagment in Jürgenohl. Es wird zusammen gekocht, aber es wurde vereinbart das nur Deutsch gesprochen wird und auch internationale Tanzkurse werden angeboten. Jeden Freitag kommen Schüler von einer Privatschule aus Veckenstedt und geben kostenlos Deutschunterricht.
Oliver Grotha, Leiter des zentralen Kriminaldienstes stellte klar, dass die Sorgen und Nöte der Einwohner unbegründet sind, es ist keine Steigerung der Kriminalität durch die Flüchtlinge entstanden. Es wurde die Schichtstärke wieder zurückgefahren und die Anzahl der Präventionsveranstaltungen erhöht.

Einige der 40 Besucher berichteten von den Erfahrungen, die in dem vergangenen Jahren mit Flüchtlingen gemacht wurden. Alles läuft super und keine Schwierigkeiten gibt es beim Box-Team im Jugendzentrum B6, so Trainer Ralf Buchmeier. In den vergangenen Jahren haben sich 135 Kinder und Jugendliche aus 16 Nation am Boxen beteiligt, es ist immer ein Stamm von 25 bis 35 aktiven, im Alter von 10 bis 48 Jahren anwesend.

Buchmeier ist Polizeibeamter und fährt Streife in Jürgenohl, er berichte, das sich die Straftaten in denen Flüchtlinge verwickelt gewesen sind nicht erhöht haben. Im kommenden Jahr wird unter der Obhut von Susanne Felka ein Nachbarschaftsgarten, der zu einem Ort der Begegnung zwischen Neubürgern und „Einheimischen“ werden soll. Dieses soll in Zusammenarbeit mit dem SV Rammelsberg, in der nähe ihres Vereinsgeländes geschehen. Es sollen kleine Beete angelegt werden, diese sollen an Hobbygärtner vergeben werden.
Fazit nach einem Jahr: Es gibt keine größeren Probleme in der Kriminalität und es ist allen klar geworden das es hier in Jürgenohl alles sicher ist, viele Organisationen und ehrenamtliche und der Landkreis Goslar haben zu einem guten gelingen der Integration beigetragen, so der Moderator Sascha Göritz.