Sonntag, 3. Mai 2026 13:59
Grenzwanderung

Grenzwanderung: Ehemalige Grenzer unterwegs

Ehemalige Bundesgrenzschützer luden zur Grenzwanderung ein

Die ehemaligen Bundesgrenzschützer Wolfgang Roehl und Lothar Engler bieten jedes Jahr für Grenzer und Gäste zwei Grenzwanderungen im ehemaligen Goslarer Grenzabschnitt an.

Am 19. August war eine Grenzwanderung vom Ehrenfriedhof über den Dreieckigen Pfahl zum Brocken geplant. Da die Wetterprognose für den Brocken teilweise Regen und starke Sturmböen vorhergesagte, und einige Teilnehmer weite Anreisen auf sich nehmen um an solch einer interessanten Grenzwanderung teilzunehmen, entschlossen sich die Organisatoren die Brockenwanderung kurzfristig abzusagen.

Als Alternativwanderung wurde die Strecke von der Eisenbahnbrücke zwischen Wiedelah und Schladen, für die Goslarer Grenzschützer – Schwarze Brücke – bis zum Suderoder Park angeboten. Erstaunlicher Weise gab es für diese Alternativstrecke nur wenige Absagen, was die beiden Organisatoren auch freute.
Lothar Engler hatte die Strecke ausgearbeitet und konnte den 19 Teilnehmern so manche Geschichte erzählen. Dazu zeigte er auch historische Bilder.
Treffpunkt war die Hofstelle 12 in Wennerode. Von da aus fuhren die Teilnehmer mit einigen wenigen Autos auf Höhe der Schwarzen Brücke. Zunächst wanderte man entlang der Eisenbahnbrücke in der Oker Niederung bis zum neuen Grenzdenkmal.

Engler hatte Fotos vom Hochwasser 1981 dabei.

Hier hatte die Oker am Freitag den 13. März 1981 einige Schäden angerichtet. Zu erkennen war u.a. ein weggespülter Metallgitterzaun von den Sperranlagen der DDR. Auf Höhe des ehemaligen Kieswerkes wurde an diesem Tag auch der Steg über die Oker, welchen der Grenzzolldienst und der Bundesgrenzschutz benutzten, weggerissen. Daraufhin wurde 1982 die neue Brücke über die Oker vom technischen Einsatzzug des BGS aus Goslar gebaut.

Am ehemaligen Grenzübersichtspunkt Wiedelah erzählte Engler den Teilnehmern etwas von einem US Jeep, der dort 1980 die Absperrung durchbrach und in einer Mulde landete. Nach einigen Gesprächen, zwischen den Verantwortlichen von West und Ost- Bediensteten, konnte der Jeep durch Mitarbeiter des Kieswerkes mit ihrem Radlader geborgen werden.

Die Wanderstrecke führte dann am Kiesteich entlang bis zum Eckergraben. Auf dieser Strecke Flüchtete 1973 ein Raupenfahrer als gerade eine Streife des Bundesgrenzschutzes vor Ort war. Es ging dann am Eckergraben entlang bis nach Wülperode, dort wurde am neuen Backhaus eine Pause eingelegt. Danach wurden die Kirche und das Backhaus besichtigt.

Nun ging die Wanderung weiter durch Wülperode in Richtung Suderode.

Vor Suderode wanderte die Gruppe dann auf dem ehemaligen Kolonnenweg, welcher Oberhalb des Suderoder Parks entlang führt, weiter bis sie unterhalb des Suderoder Parks wieder die Gemarkung von Wiedelah erreichte.

Am Hang des Suderoder Parks befindet sich noch ein Bunker, Objekt 200, der für besondere Feierlichkeiten benutzt werden sollte. Er war zwar vor der Wende fertig, wurde aber nicht mehr in Betrieb genommen. Am ehemaligen Kolonnenweg stand auch ein Beobachtungsturm.

Die Gruppe erreichte pünktlich zur Kaffeezeit ihr Ziel, Hofstelle 12. Im Kaffee Grünspan in Abbenrode trafen sich dann die Grenzwanderer an einer großen Kaffeetafel. Bei selbstgebackenem Kuchen wurde noch so einiges aus der damaligen Zeit erzählt.

Zu erwähnen ist noch, dass die Teilnehmer aus Baden Württemberg, Bad Bentheim, Hannover, Gifhorn, Braunschweig und dem Landkreis Goslar kamen. Dem Grenzwanderführer wurde ein großes Danke schön für die exakte Planung und die vielen Grenzgeschichten ausgesprochen. Alle freuen sich schon auf ein Wiedersehen.

In diesem Jahr soll es noch vom Ehrenfriedhof über den Dreieckigen Pfahl am Wurmberg entlang bis zur B 27, Straße Braunlage/Elend, gehen.

Fotos/Text: Lothar Engler

Fotos von der Wanderung in Lothar Englers Fotoalbum