Ehemalige Beamte des Bundesgrenzschutzes und Zollgrenzdienstes tauschten Erinnerungen an ihre Wirkungsstätte im Harz aus.
Bei spätsommerlichen Wetter und überwiegend strahlendem Sonnenschein führten rund 20 ehemalige Grenzschützer, teilweise mit ihren Frauen und Gästen, eine ca. 12 Kilometer lange Grenzwanderung durch. Um 9 Uhr ging es zunächst vom Ehrenfriedhof Oderbrück zum ehemaligen Grenzverlauf am „Dreieckigen Pfahl“. Nach sachkundigen Informationen wurde die Wanderung in südlicher Richtung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze überwiegend auf dem mit Betonplatten ausgelegten Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen, jetzt Harzer Grenzweg, fortgesetzt.
Der von Touristen wenig begangene Wanderweg führte über Ulmer Weg, Brockenstein, Stieglitzecke, Schanzenauslauf des Wurmberges, Bremker Born, Kaffeehorst, Bremkefall zur Bundesstraße 27, die bis zum 12. November 1989 zwischen Braunlage und Elend an der Bremke endete.
An der Harzer Grenzwanderung, die Wolfgang Roehl und Lothar Engler akribisch ausgearbeitet hatten, nahm auch Rudi Schimko, einer von vier im Mai 1964 aus Wasserleben (DDR) nach Eckertal geflüchteten Schülern, teil. Sie überschritten in den Nachtstunden unverletzt die Grenzsperranlagen zwischen Abbenrode und Stapelburg.
An verschiedenen Punkten der landschaftlich reizvollen Tour schilderte Lothar Engler eindrucksvoll Ereignisse, die sich im Grenzabschnitt der Wanderung durch das schier unüberwindliche Fluchtverhinderungssystem zugetragen haben. Es sei vorgekommen, dass sich Grenzstreifen aus Ost und West nur wenige Meter gegenüber gestanden haben. Dabei zeigte Lothar Engler der Wandergruppe große Fotoaufnahmen von damals. Die Natur hat in den zurückliegenden fasst 28 Jahren den von der DDR abgeholzten Grenzstreifen wieder zuwachsen lassen.
Es wurde angeregt, die nächste Grenzwanderung von Eckertal entlang der Ecker über die Eckertalsperre zur Felsklippe Scharfenstein durchzuführen.
Text/Fotos: Helmut Gleuel
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