Mittwoch, 4. März 2026 9:22
Integration
Der 1. Vors. Dieter Janik, Astrid Hölzer (DUH) und die zwei Flüchtlingsfamilien und der Vorstand des Kleingartenvereins

DUH zeichnet „Garten der Integration“ aus

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zeichnete den Kleingartenverein Hornburg als zweiten Garten der Integration 2018 aus

Es ist eine Kooperation zwischen dem Nachwuchsförderprogramm für Kleingärtner und Flüchtlingshilfe und bringt somit die Integration voran. Der Umwelt- und Verbraucherschutzverband würdigt damit die Kooperation des Kleingartenvereins mit der örtlichen Flüchtlingshilfe. Durch diese fanden bereits drei geflüchtete Familien in der Kleingartensiedlung eine Anlaufstelle, die zugleich ihre Integration stärkte. Fachlich und finanziell gefördert wird der Wettbewerb innerhalb eines Sonderprogramms Umwelt und Geflüchtete durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.

Zur Auszeichnung im Vereinsheim des Kleingartens konnte der 1. Vorsitzende Dieter Janik, die Projektmanagerin Kommunaler Umweltschutz der Deutsche Umwelthilfe (DUH) Astrid Hölzer, den Leiter des Ordnungsamts der Samtgemeinde Schladen-Werla Hendrik Brase, Ortsbürgermeister Marc Samel, den Landesvorsitzenden der Gartenfreunde Manfred Weiß, vom Bezirksverband Axel Bertram sowie Vorstandsmitglieder des Kleingartenvereins begrüßen. Besonders wurden die zwei geflüchteten Familien, Namae Alsatem und Ayoub Alahmad mit ihren vier Kindern, sie stammen aus Aleppo in Syrien und Familie Achmed Alchami, Leila Fatayerji, deren Heimatland der Libanon ist, willkommen geheißen.

Schnuppergarten-Projekt lockte die Flüchtlinge in die Kleingärten

Seit 2016 wohnen die Flüchtlinge in Hornburg. Im Rahmen des Schnuppergarten-Projekts für Nachwuchsgärtner ging der Verein auf die örtliche Flüchtlingshilfe zu. Gemeinsam konnten drei geflüchtete Familien aus Syrien und dem Libanon für das Projekt gewonnen werden. Seit April 2018 bauen sie in vier Parzellen Radieschen, Auberginen, Kichererbsen, Kräuter, Paprika, Pferdebohnen und andere Gemüsearten an. Eine Familie ist inzwischen nach Salzgitter verzogen, aber die beiden anderen Familien haben die Anbaufläche mit übernommen und nutzen diese.

Der Wettbewerb läuft unter dem Motto Empowerment

Dieses Jahr war für die Kleingärtner wegen der Trockenheit ein schwieriges Jahr. Im kommenden Jahr wollen die Neubürger auch Erdnüsse anbauen. „Der diesjährige Wettbewerb läuft unter dem Motto Empowerment. Damit möchten wir betonen, dass viele Geflüchtete Wissen und Können aus ihrer Heimat mitbringen, das ein Gewinn für unsere Gesellschaft sein kann“, sagt Astrid Hölzer, Projektmanagerin im Kommunalen Umweltschutz der DUH. „Im Kleingartenverein Hornburg sind die Geflüchteten genau wie alle anderen für die Gestaltung und den Anbau selbst verantwortlich. Die Familien bringen ihr immenses Gartenbauwissen aus der Heimat zum Einsatz, teilen es mit der Gemeinschaft und geben es so an ihre Kinder weiter. So wie sie es auch zu Hause getan hätten. Wir ermutigen andere, es den Hornburgern gleich zu tun und Geflüchtete in ihren Kleingärtnervereinen willkommen zu heißen“, so Hölzer weiter.

Nachwuchs für den Kleingartenverein wird aktiv gesucht

„In unserer ländlichen Gemeinde gibt es keine Wartelisten für unsere Kleingartenparzellen. Wir müssen unseren Nachwuchs aktiv suchen. Es war naheliegend und einfach selbstverständlich, dass wir mit unserem Schnupperangebot auf die Flüchtlingshilfe in der Gemeinde zugehen“, sagt Dieter Janik, Vorstandsvorsitzender des Kleingartenvereins Hornburg e.V. „Die Familien verstehen ihr Gartenhandwerk, das wurde sehr schnell deutlich. Es fasziniert, Anbaumethoden und Gemüseauswahl zu vergleichen. Im Nahen Osten kommen andere Bohnenarten auf den Tisch, als bei uns. Wir haben gelernt, wie man aus Rosenblättern Marmelade kocht. Die Geflüchteten waren sehr erstaunt, dass bei uns Pfirsiche wachsen. Wir lernen viel voneinander, auch an den Arbeitseinsätzen haben sich die Familien beteiligt.“

Ortsbürgermester Marc Samel berichtete, dass die Familien in der Nachbarschaft der Schwiegereltern die Gärten besitzen und dass sich jeder dort frei entwickeln kann. Hornburg hat 50 Prozent der Flüchtlinge der gesamten Gemeinde übernommen.

Wer Interesse an einem Pachtgarten hat, hat die Möglichkeit für ein Jahr einen Schnuppergarten für 30 Euro zu pachten. Ein normaler Garten, etwa 600 bis 700 Quadratmeter, mit Wasseranschluss kostet etwa 100 Euro. Im kommenden Jahr wird das 100- jährige Jubiläum des Kleingartenvereis in einem Festzelt am 24. und 25. August in der Gartenanalage gefeiert.

Homepage KGV Hornburg