Montag, 12. Januar 2026 1:28
Blutspende

DRK in Goslar lädt zur Blutspende

Konservenbestand auf Jahrestief gesunken

Tolles Sommerwetter, aber leider kein toller Bestand an Blutkonserven: Die anhaltenden warmen Temperaturen haben dafür gesorgt, dass in den letzten vier Monaten deutlich weniger Menschen zur Blutspende gekommen sind.

Seit Mai fehlen dem DRK-Blutspendedienst NSTOB insgesamt 22.000 Spendewillige, ein Minus von fast 10% zum eigentlich notwendigen Aufkommen. Dies hat unmittelbare Folgen, denn bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr können Krankenhäuser und klinische Einrichtungen nicht mehr ausreichend mit Spenderblut beliefert und sogar Operationen und Krebstherapien nicht wie geplant durchgeführt werden. „Täglich benötigen wir ca. 3.000 Spendewillige in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen, damit wir dieses Gebiet stabil versorgen können. Während der letzten besonders heißen Tage haben uns allerdings pro Tag bis zu 500 Spender gefehlt – das ist dramatisch! Wer bisher noch gezögert hat zur Blutspende zu kommen, wird jetzt dringend gebraucht, denn jede Konserve zählt“, sagt Tobias Lüttig, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes NSTOB.

Spendebereitschaft in der Fläche deutlich größer

Zusätzlich zu warmen Wetterperioden wirkt sich auch mehr und mehr die Bevölkerungswanderung vom Land in die großen Städte auf die Wahrnehmung der Blutspende aus. „Es ist klar erkennbar, dass die Spendebereitschaft in der Fläche deutlich größer ist als in den Städten“, erklärt Lüttig. Das bedeutet für die DRK-Blutspendedienste, dass in bevölkerungsreichen Stadtgebieten ein deutlich höherer Werbeaufwand nötig ist und Spendetermine öffentlichkeitswirksamer gestaltet werden müssen, um Menschen auf die Wichtigkeit der Blutspende hinzuweisen. Besonders bei jungen Zielgruppen setzt der DRK-Blutspendedienst NSTOB verstärkt auf Aufklärung über soziale Medien und verbindet die Blutspende mit Themen wie Fußball und Musik, um die nächste Generation an potenziellen Blutspendern zu erreichen. „Wichtig ist klar zu kommunizieren, dass Blutspenden immer gebraucht werden und jeder in Minuten zu einem Lebensretter werden kann. Dabei sein ist alles“, so Tobias Lüttig.

Der Kreisverband Goslar des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) lädt deshalb in Zusammenarbeit mit dem DRK Blutspendedienst NSTOB aus Springe am Donnerstag, den 22. September 2016 von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr zur Blutspende ins Amsdorfhaus, Dorothea-Borchers-Straße 14 in Goslar ein. Weitere Termine und Informationen zur Blutspende sind online unter www.blutspende-nstob.de oder über die Service-Hotline 0800 11 949 11 (kostenlos aus dem dt. Festnetz) abrufbar.

+++ Warum ist Blutspenden beim DRK so wichtig? +++

Blutspender sind „Lebensretter“, etwa 107 Millionen Blutspenden werden weltweit pro Jahr benötigt. Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Eine Vielzahl von Patienten verdankt ihr Leben fremden Menschen, die ihr Blut freiwillig und uneigennützig spenden. Neben Unfallopfern und Patienten mit Organtransplantationen sind vor allem Krebspatienten auf Blutpräparate angewiesen. Auch bei ungeborenen Kindern im Mutterleib konnten Ärzte bereits Leben erhalten und schwerste Schädigungen vermeiden, dank Blutspenden.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr ca. 4,6 Mio. Vollblutspenden entnommen. Davon stellen die sechs regional tätigen DRK-Blutspendedienste 3,7 Millionen Vollblutspenden für die flächendeckende, umfassende Patientenversorgung nach dem Regionalprinzip zur Verfügung. Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Das entspricht etwa 15.000 Blutspenden werktäglich oder elf Spenden pro Minute. 2015 führten die DRK-Blutspendedienste in Deutschland rund 43.000 Blutspendetermine durch. Nach strengen ethischen Normen – freiwillig, gemeinnützig und unentgeltlich. Das DRK deckt damit auf der Grundlage freiwilliger und unentgeltlicher Blutspenden knapp 70 Prozent der Blutversorgung in Deutschland ab. Die Grundsätze der Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit der Blutspende sind im ethischen Kodex der WHO und der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung festgesetzt und in den Richtlinien der EU und im deutschen Transfusionsgesetz umgesetzt.

Grundsätzlich kann jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren Blut spenden. Mehrfachspender können nach individueller Entscheidung der Ärzte des DRK-Blutspendedienst NSTOB bis zu einem Alter von 72 Jahren (bis zum 73.Geburtstag) spenden. Frauen können 4-mal, Männer sogar 6-mal innerhalb von 12 Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Abstand von mindestens 8 Wochen liegen. Mitbringen sollten die Blutspender/innen ihren Unfallhilfe- und Blutspenderpass sowie einen amtlichen Lichtbildausweis.

Mit freundlichen Grüßen

Timo Pischke
(Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)