Die legendäre Hochfirstschanze im Schwarzwald, auf der im Winter die Weltelite der Skispringer bergab fliegt, wurde jetzt in Gegenrichtung erstürmt.

Vom Auslauf der Skischanze bis ganz hinauf mussten über 140 Höhenmeter bezwungen werden. Bei einer Steigung von bis zu 35 Grad erreicht der Puls extreme Maximalwerte. Bei der Red Bull 400 Weltmeisterschaft im Schanzenlauf sind nicht nur stramme Waden gefragt, sondern vor allem Ausdauer und die Bereitschaft, bis an die eigenen Grenzen zu gehen.
Für einen spontanen sommerlichen kurzen Trip dorthin entschieden sich zwei Läufer, Alexander Fürle und Trainer Rolf Nolte, des TSV Eintracht Wolfshagen. In Titisee-Neustadt, auf der Natur Skisprungschanze, gingen ca. 1200 Starter an den Start. In 12 Vorläufen hieß es sich erst einmal zu qualifizieren. Auch wenn anfangs verschiedene Taktiken diskutiert wurden, zählten am Ende nur der eiserne Wille und die Bereitschaft bis ans Limit und drüber hinaus zu gehen. Schon bei der Streckenbesichtigung am Vortag war klar: „Absolut verrückt und definitiv die intensivsten, härtesten 400 Meter meines Lebens werden das“, so Alexander.
Am Samstag hieß es die Beinmuskeln locker zu kriegen und zu halten. Im vierten Vorlauf musste Alexander sich dem Berg stellen. Er absolvierte diesen verrücktesten Lauf seiner Laufkarriere in 5:02 und kam als 5. im Zielhäuschen an. Es war sofort klar – es reicht für das Halbfinale! In fünf Semifinalläufen standen nun noch einmal 360 „Läufer“ am Start. Nach einer 2-stündigen Erholungspause musste Alexander im zweiten Halbfinallauf wieder ran. Hier toppte er seine Vorlaufzeit noch einmal um 12 Sekunden und kam in 4:50 Min. als 8. ins Ziel. Mit dieser super Leistung lief sich Alex in die Top 70 Läufer aus 40 Nationen, die sich für das Finale qualifiziert hatten. Die Freude darüber beschrieb er mit den Worten: „Das ist das verrückteste und geilste was ich je erlebt habe“.
Nun wurde die Erholungsphase auch immer kürzer. Nach 90 Min. ging es zum Start zum großen Finale der Weltmeisterschaften im Schanzenlauf. Mit einer Ziel-Zeit von 5:08 Min. und Rang 36 im Finale konnte Alexander Fürle als „Flachland“-Läufer gegen die Weltelite der Extrem-Bergläufer mehr als zufrieden sein. Rolf Nolte musste im siebenten Vorlauf ran. Mit einer Zeit von 7:22 Min. kam auch er, fast zeitgleich mit Andreas Bourani, gerade noch ins Halbfinale. Hier konnte Rolf seine Leistung noch einmal mit 7:23 Min. bestätigen. Als ältester Teilnehmer war auch er über das Erreichen des Semifinales mehr als zufrieden! Beide fassten die Erlebnisse des Tages bei der Weltmeisterschaft im Schanzenlauf in passenden Worten zusammen: „Wir waren noch nie so nervös vor einem Lauf – absolut verrückt – er war definitiv der härteste Lauf, man muss es einfach erlebt haben – einfach geil“.
Rolf Nolte
2. Vorsitzende TSV Eintr. Wolfshagen
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