Mittwoch, 4. März 2026 3:26
Umweltpraktikum
Daria Ernst bei der Umweltbildungsarbeit am Natur-Erlebniszentrum HohneHof bei Drei Annen-Hohne.

Das Commerzbank-Umweltpraktikum 2018

Daria Ernst und Dirk Netter – Umweltpraktikanten in Sankt Andreasberg

Das Commerzbank-Umweltpraktikum bringt frischen Wind in das Studium zahlreicher Studenten, die den Prüfungsstress und Uni-Alltag für ein mehrmonatiges Praktikum in den schönsten Landschaften Deutschlands hinter sich lassen wollen und mal etwas Neues ausprobieren möchten.

Das Praktikum bietet die einmalige Chance, Natur intensiv zu erleben und dabei wichtige Kompetenzen für die spätere Berufswahl zu erwerben. Im Zuge des Praktikums werden praxisnahe Inhalte aus den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung vermittelt – vom Watzmann über den Harz bis zum Wattenmeer. Im Mittelpunkt stehen die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft: Energie, Umwelt und Klimaschutz.

Seit dem Start 1990 hat sich das Commerzbank-Umweltpraktikum zu einer nicht mehr wegzudenkenden Größe im gesellschaftlichen Engagement der Bank entwickelt. Mehr als 1.500 Praktikanten haben bisher in den teilnehmenden Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden. Die Absolventen bringen ihre Erfahrungen dort ein, wo sie sich bewegen – sei es in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft oder Umwelt. Vielen Teilnehmern hat das Umweltpraktikum den Einstieg ins Berufsleben geebnet.

Im Nationalpark Harz sind es 2018 wieder vier Studenten in vier Einsatzstellen

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus, Natur-Erlebniszentrum HohneHof, Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg und Nationalparkhaus Sankt Andreasberg.
Die Arbeit der Praktikanten ist dabei im Nationalpark Harz sehr vielfältig – von geführten Wanderungen über Gespräche zum Thema Borkenkäfer und die Beantwortung der Frage „Stirbt der Wald?“ über Mitarbeit an Forschungsprojekten bis hin zur Vorbereitung und von Junior-Ranger-Fahrten und Camps ist fast alles dabei…

Im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg ist Dirk Netter aktiv; er studiert Soziologie und Sozialforschung – eher ungewöhnlich für einen Commerzbank-Praktikanten. Daria Ernst hatte sich für ein Praktikum im Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg entschieden – sie studiert Geographie an der Universität Bonn. Sie hat ihr Praktikum bereits abgeschlossen.

Daria Ernst berichtet

„Da in meinem Studienverlauf ein mindestens sechswöchiges Berufspraktikum vorgesehen ist, fing ich gegen Ende des Studiums mit der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz an. Durch eine Kommilitonin habe ich dann vom Umweltpraktikum der Commerzbank erfahren. Die Vorstellung, in einem Schutzgebiet zu arbeiten, hat mir gleich gefallen. Ich wusste zwar, dass mein Praktikum in Richtung Natur- und Umweltschutz gehen soll, hatte bisher aber eher Umweltverbände als mögliche Arbeitgeber im Blick. Die Aussicht auf ein Praktikum mit Praxisbezug im Freien brachte mich dann aber dazu, mich für ein dreimonatiges Umweltpraktikum im Nationalpark Harz zu bewerben.

Mit dem Thema Umweltbildung hatte ich im Vorhinein zwar noch keine Berührungspunkte, das stellte sich während des Praktikums aber auch nicht als Problem dar – im Gegenteil! Für mich war die Praktikumszeit eine schöne und lehrreiche Zeit, in der ich sehr viele Eindrücke gesammelt habe. Es hat mir Sicherheit in der Frage nach meinem präferiertem Berufsfeld sowie einer möglichen Masterarbeit gegeben.

Ich möchte auf jeden Fall weiterhin im Bereich des Natur- und Umweltschutzes bleiben und hier noch weitere Berufserfahrungen und Qualifikationen sammeln. Sehr gut hat mir auch die Atmosphäre im Nationalpark wie auch in meiner Einsatzstelle im Nationalpark-Bildungszentrum gefallen. Das hier entgegengebrachte Vertrauen und die Freiheit haben dazu geführt, dass es mir sehr leicht fiel, mich in den Bereich der Umweltbildung einzuarbeiten. Außerdem konnte ich immer wieder viele verschiedene Menschen kennen lernen und mich mit ihnen austauschen.“

Kräuterkundliche Wanderung auf den Bergwiesen in Sankt Andreasberg

Dirk Netter hat im Praktikum viele Erfahrungen gemacht, die sein Soziologiestudium bisher nie zu bieten hatte: „Im Rahmen meines Commerzbank-Umweltpraktikums unterstützte ich beispielsweise meine Kollegin Victoria Dietrich auf einer Kräuterexkursion über die Bergwiesen in Sankt Andreasberg. Um Punkt 8.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Berghotel, wo wir mit unserer Gruppe verabredet waren. Die 17 Erwachsenen, die durch die Einrichtung Arbeit und Leben Hamburg ihren Weg in den Harz gefunden hatten, sollten im Rahmen ihres Bildungsurlaubes nun etwas über die Bergwiesen erfahren. Nach einer knappen Vorstellung ging es erst einmal bergauf zur Jordanshöhe, wo wir den Teilnehmenden die typischen Pflanzen dieser Jahreszeit vorstellten.

Der Waldstorchschnabel, der die Wiesen noch bis vor kurzem in ein malerisches Violett getaucht hat, konnte zwar nicht mehr in voller Blüte betrachtet werden – trotzdem bot sich ein reichlicher Bestand an Bärwurz, Schlangenknöterich, Harzer Labkraut und sogar Arnika und Knabenkraut. Neben einigen allgemeinen botanischen Hinweisen gaben wir den Teilnehmern sowohl Informationen über die heilkundliche Anwendung verschiedener Pflanzen sowie deren kulinarischen Wert.

Immer wieder nahmen wir uns die Zeit, um Fragen zu beantworten und auch weitere Pflanzen gemeinschaftlich zu bestimmen. Während ich mich hauptsächlich den biologischen und geographischen Fragen widmete, gab Victoria Informationen über den Ursprung der Bergwiesen und warum diese für die Bergleute wichtig waren, wer die Wiesen heute bewirtschaftet und welche Bedeutung sie für den Erhalt der Artenvielfalt haben.

Nach etwa einer eineinhalbstündigen Wanderung konnten wir nun einen kurzen Augenblick halt machen und den Blick auf den Brocken genießen, während wir uns in lockerer Runde über den Nationalpark Harz und andere Parks unterhielten, um immer auch wieder auf den Grundsatz Natur Natur sein lassen zurück zu kommen. Die nächste Station auf unserer Wanderung war die Kräuterspirale im Kurpark – dort wurden beliebte Heilpflanzen wie das Johanniskraut, Baldrian und die Minze vorgestellt.

Einigen Teilnehmenden fiel dabei mit Freuden auf, dass selbst die so unbeliebten Unkräuter im eigenen Rasen, wie zum Beispiel Gundermann und Habichtskraut, auch einen Platz in der Kräuterapotheke finden können. Schließlich begaben wir uns auf den Weg zum Nationalparkhaus, wo auf die Gruppe Informationen über den Nationalpark, die Bergbaugeschichte und den NABU warteten. Dieser Tag war eine runde Sache – für die Gruppe, aber auch für uns!“

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage

Foto/Text: Nationalpark Harz