Dienstag, 3. März 2026 21:22
Kolpingsfamilie
Cecilia Maria Santos Silva mit der Kolpingfamilie Schladen.

Besuch aus Brasilien bei der Kolpingsfamilie Schladen

Eine ganz besondere junge Dame besuchte die Kolpingsfamilie Schladen:

Cecilia Maria Santos Silva, 20 Jahre jung, aus Caruaru/Pernambuco/Brasilien.

Sie begann ihr Freiwilligenjahr beim Kolpingwerk in Hildesheim im Januar diesen Jahres, ist Studentin der Journalistik und engagiert sich in ihrer Heimat intensiv in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei Kolping. Sie erzählte in ihrem Vortrag, unterstützt durch viele Bilder, wie man in Brasilien lebt und welche Unterschiede es zum Leben bei uns gibt. Sehr aufschlussreich wurde es für uns anschließend, da Cecilia aus dem Nordosten Brasiliens stammt, zu dem außer Pernambuco noch die Bundesstaaten Alagoas und Ceará gehören.

Genau in dieses Gebiet gehen seit fast 40 Jahren die Erlöse, die Kolping jeweils am 1. Advent beim Adventstreff auf dem Weinberg durch die Bewirtung erzielt hat. Normalerweise gibt es ein Treffen je Monat mit ihrer Kolpingsfamilie. Bei diesem stehen Adolph Kolping und Überlegungen im Mittelpunkt, wie man sich gegenseitig beistehen, aber auch in die Gesellschaft hineinwirken kann. So hat Cecilias Kolpingsfamilie ein Projekt wie Gewalt in der Familie und auf der Straße eingedämmt werden kann.

Es gibt die Kindergruppe, die Adolphinos, für die sich Cecilia besonders einsetzt.

Diese Kinder leben zum größten Teil auf der Straße, nehmen vielfach Drogen. Viele leben zumeist nur mit der Mutter in äußerst prekären Wohnverhältnissen und haben einen sehr begrenzten Zugang zu Bildung. Für diese Kinder hat Cecilia schon Kindertage organisiert, die von diesen begeistert angenommen werden. Ein Indikator für Gewalt in der Gesellschaft ist, dass in ihrer Heimatstadt Caruaru, etwa 342.000 Einwohner, in diesem Jahr bereits 220 Morde passiert sind. Cecilia berichtet auch, wie wertvoll das Projekt Zisternenbau für die betroffenen Menschen ist, die dadurch mehr und saubereres Wasser zur Verfügung haben. Auch in der Ziegen- und Geflügelzucht wurde Hilfe zur Selbsthilfe gegeben.

In einem Frauenprojekt werden Frauen angeleitet mit Gewalterfahrungen gegen sich und ihre Kinder umzugehen. Außerdem wird in berufliche Bildung für Frauen investiert. Cecilia erzählte von den Unterschieden aus ihrer Sicht zwischen Brasilien und Deutschland. Am Schönsten findet sie, dass wir hier in einer relativ hohen Sicherheit leben. Man kann mit dem Fahrrad durch den Wald fahren und braucht keine Angst vor einem Überfall zu haben. Leider ist das Essen hier nicht immer mit ihrer Zunge kompatibel. Aber sie gewinnt ständig neue Erfahrungen und ist überaus froh, dass sie dieses Jahr bei uns so viel neues lernen kann.

Sie hat schon im Kolping-Second-Hand-Laden in Hannover mitgearbeitet, hat bei der Kinderbetreuung im Kolping-Ferienparadies in Duderstadt geholfen und war als Hausaufgabenbetreuerin bei Kindern im kath. Familienzentrum in Hannover. Im Januar 2019 wird sie wieder heimfahren.

Für unsere Kolpingsfamilie war ihr Vortrag eine wunderbare Ergänzung zu einem gesetzten Schlusspunkt: Nach über 40 Jahren wird es am 1. Advent diesen Jahres keinen Kolping-Adventstreff mehr geben. Zu vielen guten brasilianischen Aktionen haben Kolping und ihre Gäste aus Schladen und Umgebung beigetragen. Nun geht eine Ära zu Ende.

Der Vortrag von Cecilia hat eindrücklich beschrieben, wie sinnvoll das fast 40-jährige Brasilien-Engagement gewesen ist. Mit einem munteren Fragen und Antworten aller Teilnehmer, bei dem es so manches zum Schmunzeln gab, rundete sich der Abend in guter brasilianisch-deutscher Harmonie ab.

Homepage: Kolping in Schladen