Freitag, 9. Januar 2026 13:29
Anzünden der Kerze in der Kirche (v.l.): Astrid Hartmann, Manfred Dieber und Rouwen Brunke - Foto: privat

Beginn der Festlichkeiten – 950 Jahre Lochtum

Mit einer Andacht und einem Festkonzert in der St. Maria Kirche startete die Ortschaft Lochtum in das Jubiläumsjahr 2016.

Bis auf den letzten Platz war die Kirche besetzt, als Pfarrer Ekkehard Hasse mit einer Andacht das Jubiläum „950 Jahre Lochtum“ eröffnete.
Astrid Hartmann, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, zeigte sich erfreut, dass am ältesten, sichtbaren Platz Lochtums, hier in der Kirche, gemeinsam das Festjahr eröffnet wurde. „Für alle drei Bereiche -Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – brauchen wir Gottes Segen. Mit Gottes Hilfe können wir die Erfolge und die Fehler unserer Vergangenheit nebeneinander stehen lassen und können durch sie bereichert werden“, so Astrid Hartmann.
Gemeinsam mit Ortsvorsteher Rouwen Brunke und Manfred Dieber zündete Astrid Hartmann eine Jubiläumskerze an. „epiccolo“ eine Gruppe von elf Damen aus Wernigerode haben sich vor zwei Jahren unter der Leitung von Gordana Prade zusammengefunden, um Chormusik zu präsentieren. Begleitet von Stephanie Strauß an der Orgel, sang der Chor „Tollite Hostias“ und „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer sowie „Wenn ich ein Vöglein wär“. Außerdem gab es aus dem Repertoire der Damen noch die Filmmusik „Sieh auf deinem Weg“, „Ich glaube“ von Udo Jürgens sowie die „Abendruhe“ von Mozart zu hören. Als Zugabe folgte „Es war so schön mit Dir“.
Zwischen den Chorgesängen gab es Besuch vom Erzbischof Adalbert zu Bremen und Hamburg (Otto Deike): „Anno 1066 wurde der Name Loctuna erstmalig in den Geschichtsbüchern erwähnt und durch meine Schreiberlinge festgeschrieben und amtlich besiegelt. Mir seid ihr zu Dank verpflichtet, dass hier das 950-jährige Bestehen gefeiert werden kann“, so der „Bischof“. Er musste 1066 um sein Leben fürchten und floh über Bremen nach Goslar und dann auf das Gut nach Loctuna, wo eine alte Kapelle dazu gehörte, die erst 1932 abgerissen wurde. „Anno 1043 schlug man mich von der Kirchenversammlung in Italien zum Papst vor, ich lehnte ab. Wenn ich damals Papst geworden wäre, dann wäre wahrhaftig hier der heutige Petersplatz und die Bauten des Vatikans stünden dort, wo heut das DGH gebaut wurde. Zu meiner Zeit ist viel Unheil übers Land gezogen, doch nicht nur Not und Elend traf dieses Dorf Loctuna, es gab auch Freude und Frohsinn. In 50 Jahren, zur 1000-Jahr-Feier werde ich dann wieder meine Stimme erheben.“
Mit einem herrlichen Klang erfreuten die 42 Sänger und Sängerinnen der Lutherkantorei unter der Leitung von Karsten Krüger die Besucher. Zu Eröffnung war das „Kyrie“ doppelchörig mit acht Stimmen zu hören. Im ersten Block gab es „Musica, die ganz liebliche Kunst“, das Französische Volkslied „Evailee- Toi“ und aus England von Thomas Moreley „Now is the month of maying“. Außerdem war im Repertoire „Verlorene Jugend“, „Ich bin mir meiner Seele“ und „Als hat Gott die Welt geliebt“. Zum Jubiläum passend gab es achtstimmig „Wo ist ein so herrlich Volk“ von Johann Brahms. Als Dank für den gewaltigen Gesang ernteten die Sänger und Sängerinnen tosenden Beifall. Zum Abschluss gab es ein Orgelsolo von Karsten Krüger „Magnificat Primi Toni“ von Dietrich Buxtehude.

Foto: Anzünden der Kerze: Astrid Hartmann, Manfred Dieber und Rouwen Brunke.
Foto: Besuch vom Erzbischof Adalbert zu Bremen und Hamburg (Otto Deike).
Foto 50 und 53: Lutherkantorei unter der Leitung von Karsten Krüger