Beim Aufräumen alter Unterlagen hat Clemens von König auf dem Gut Beuchte einen Bauplan eines recht bedeutenden Hofes, den die Familie früher einmal in Weddingen besaß, gefunden.
Dieser Hof wurde 1984 an die Stadt Vienenburg verkauft. Auf dem Gelände wurde die ehemalige Scheune zum Weddinger Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Ein Bauantrag von 1934, dem der Lageplan aus dem Jahre 1920 zugrunde lag, sah den Neubau einer Scheune sowie Stallungen für Rinder und Schweine vor. Laut Lageplan ist aber das Stallgebäude nie gebaut worden. Das Gelände des „Lüttigschen Hofes“, besaß früher der Ur-Ur-Großvater Johann Friedrich Lüttich aus der mütterlichen Linie von Clemens von König. Er wurde auf dem Hof am 13. Juli 1821 in Weddingen geboren, als Sohn des Ackermanns und Altaristen Johann Diedrich Lüttig und seiner Ehefrau Marie Christine, geb. Rühe aus Klein-Döhren (geb. 17.11.1782).
Wie aus alten Unterlagen zu sehen ist, wurde das „Alte Haus Nr. 35“ laut einem Lagerbuch aus dem Jahre 1745 von der Familie Lüttig (Lüttgen) gebaut. Um 1650 war noch Andreas Reineken der Besitzer, um 1750 Dietrich Lüttgen und 1850 war es dann Friedrich Lüttich. Der Hof war damals schon, nach der Domäne, der größte Hof mit etwa 100ha. Nach dem Kriege wurde er im Volksmund immer „Leypoldts-Hof“ genannt.
In all den Jahren waren Lüttig und Leypoldt ein großer Arbeitgeber in Weddingen.
„Unsere Urgroßmutter Wilhelmine war die Erbin des Großkothsassenhofes Nr. 23 in Weddingen (genannt Clemenssche Hof), neben der evangelischen Kirche“, wie aus den Erinnerungen von Rosemarie Funke, der verstorbenen Oma von Clemens von König berichtet wurde. Nach dem 2. Weltkrieg, 1946 wurde der Hof an Otto Leypoldt verpachtet. Er war 12 Jahre in Weddingen ansässig und war als sogenannter „Zugereister“ mit samt seiner Familie sehr angesehen. Er wurde am 11. Januar 1954 bis 21. August 1956 zum Bürgermeister gewählt.
Mit dem Ende der Pacht von Leypoldt, sind sowohl die Pachtflächen als auch die Hofstelle mit den Wirtschaftsgebäuden zum Gut Beuchte zurückgekommen.
„Es hat sich in den vergangenen 90 Jahren bei den Feldwegen und Gräben nicht viel verändert, nur nach 1946 wurden einige Änderungen bei der Größe der Felder vorgenommen“, so Clemens von König. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verkaufte die Familie von König die Gebäude an zwei Familien sowie die damals wüst liegende ehemalige Scheune an die Stadt Vienenburg. Die Scheune wurde umgebaut, im rechten Teil entstand das Feuerwehrgerätehaus, dieses wurde am 29. September 1990 eingeweiht. Im linken Bereich entstand das Dorfgemeinschaftshaus, dieses wurde am 23. April 1994 der Weddinger Bevölkerung übergeben. Im unteren Bereich entstand ein Versammlungsraum und im Obergeschoss ein Saal.
Clemens von König hat den Original-Bauplan des gesamten ehemaligen Hofgeländes nun gerahmt und hat diesen der Dorfgemeinschaft Weddingen überlassen. Er möchte damit einen Einblick in die Weddinger Ortsgeschichte und die ehemals sehr enge Verzahnung der beiden Dörfer Beuchte und Weddingen dokumentieren und den Einwohnern die frühere Nutzung vor Augen führen. Ortsheimatpflegerin Margitta Schmidt nahm den Bauplan entgegen; er wird im Eingangsbereich des Dorfgemeinschaftshauses seinen neuen Platz finden.
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