Das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. (IJN) hatte zum öffentlichen Rundgang Auf jüdischen Spuren in Hornburg eingeladen.
Bereits zum sechsten Mal spazieren die Mitglieder des Israel Jacobson Netzwerks e.V. durch die Region zwischen Harz und Heide und erschließen für die Öffentlichkeit Orte der jüdischen Geschichte. Nach Bad Harzburg, dem jüdischen Friedhof in Braunschweig und dem KZ Außenlager Salzgitter-Drütte, führte ein vierter Öffentlicher Rundgang in diesem Jahr in das malerische Fachwerkstädtchen Hornburg.
Treffpunkt war am Dammtor, neben der ehemaligen jüdischen Schule.
Von hier aus gab es einen Rundgang durch die Stadt auf den Spuren von Jüdinnen und Juden in Hornburg. Die Führenden waren Dipl.-Ing. Mirko Przystawik, Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa TU Braunschweig, Dr. Sibylle Heise vom Stadtarchiv Hornburg ,Prof. Dr. Berndt Schaller, Georg-August-Universität Göttingen und Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. Die jüdische Gemeinde in Hornburg nahm ihren Anfang zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs und endete mit dem Tod des letzten jüdischen Gemeindemitglieds, Amalie Schwabe, im Dezember 1923.
Jüdische Geschichte Hornburgs reicht weiter als ins Jahr 1642 zurück
Erhalten sind in Hornburg neben dem eindrucksvollen Fachwerkbau der ehemaligen jüdischen Schule, die als Haus des ersten protestantischen Pastors in Hornburg 1569 errichtet worden war, und ab 1762 der jüdischen Gemeinde als Schule, Lehrerwohnung, Rabbinatswohnung und Mikwe (Ritualbad) diente. Das Kriegerdenkmal auf dem Ruckshof zeugt vom Tod des jüdischen Soldaten Joseph Schwabe, der während 1870 bei Beaumont gefallen ist. Weitere Stationen waren der ehemalige Hopfenspeicher, hinter dem sich ein Betsaal befand, sowie das Haus Markt 2, das bis in die 1930er Jahr in jüdischem Besitz war. Darüber hinaus führte der Rundgang an der evangelischen Kirche Beatae Mariae Virginis und der Lateinschule vorbei. In der letzteren wurden seit dem frühen 19. Jahrhundert auch jüdische Schüler zusammen mit ihren christlichen Mitschülern unterrichtet.
Der Rundgang endete auf dem jüdischen Friedhof auf dem Hagenberg, er entstammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die erste anhand von Grabinschriften nachweisbare Bestattung ist die des ersten Juden in Hornburg für den ein Schutzbrief aus dem Jahr 1642 überliefert ist: Moses Isaac Schöningk. Sein Grabstein verrät das Datum seines Todes: 11. Ijjar (5)432, das ist der 7. Mai 1672.
Auf dem Friedhof sind noch 88 Grabstellen zu identifizieren, von denen noch 85 Grabsteine aufweisen. Die Belegung endete mit dem Tod des letzten Gemeindemitglieds, Amalie Schwabe, im Dezember 1923.
An dem Rundgang nahmen etwa 20 Personen aus Hornburg und der Region teil.
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