Beim Winterabend im Februar im Heimathaus Alte Mühle in Schladen standen historische Mühlen im Mittelpunkt
Dafür kamen Gäste sogar auch aus Goslar und Salzgitter zum Winterabend angereist. Jochen Buchholz wurde von den Mühlen der Region und besonders der Alte Mühle zu dem Vortrag inspiriert.
Die wichtigste Mühle der Geschichte war wohl die Poscheruner Mühle bei Tauroggen im damaligen Ostpreußen (heute Litauen), in der am 30.12.1812 einen Waffenstillstand zwischen Preußen und Russland verhandelt und abgeschlossen worden war. Dadurch war der Russlandfeldzug von Napoleon zum Scheitern verurteilt.
Über die gesellschaftliche Stellung der Müller hatte Jochen Buchholz umfangreich recherchiert
Diese gehörte im Mittelalter zu den unehrlichen Berufen, wie auch Schäfer, Bader und Barbiere, Leineweber, Abdecker, Scharfrichter und sogar die Gerichts- und Polizeidiener. Sie alle waren, wie in Indien, die Kaste der Unberührbaren. Sie hatten extra Kleidung zu tragen, durften nur untereinander heiraten und erbten den Beruf des Vaters. Am öffentlichen Leben durften sie nur sehr eingeschränkt Teilnehmen. Durch die bloße Berührung wurden ehrbare Bürger auch unehrlich.
Ein großes Problem bis fast in die Neuzeit war auch die Erkrankung durch das Mutterkorn, ein tödlicher Pilzbefall des Roggenkornes, an dem früher Tausende qualvoll starben. Zu dem sogenannten Antoniusfeuer, bei denen zuerst die Gliedmaßen abfaulten, hatte Buchholz eine bildliche Darstellung auf einem Altarbild gefunden.
Die Mühlen hier in der Region kamen auch in den Geschichten von Wilhelm Raabe vor, wie in Die Innerste. Darin spielen gleich zwei Mühlen eine Rolle. Meister Radebreckers Sägemühle lag am Oberlauf der Innerste in den Harzbergen, zwischen Wildemann und Lautenthal und die Wassermühle Christian Bodenhagen an der Innerste zwischen Förste und Sarstedt.
In Pfisters Mühle schrieb Raabe 1883 über eine Wassermühle in der Nähe von Kloster Riddagshausen vor den Toren Braunschweigs. Alljährlich verunreinigte eine Zuckerfabrik während der Rübenkampange den Bach und löste so Fischsterben aus. Dieses zerstörte die Existenz des Wassermüllers und woran er zuletzt auch zugrunde ging. Das Werk gilt als der erste deutsche Umweltroman.
Nach dem Vortrag klang bei angeregten Gesprächen und Glühwein der Abend gemütlich aus.
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