Montag, 12. Januar 2026 5:08
Harzer Reservisten
Harzer Reservisten wurden von Fregattenkapitän Clemens Jorek (8. von links) im Bundesverteidigungsministerium informiert

Harzer Reservisten informierten sich in Geltow und Berlin

Sturm und Regen begleiteten die Sicherheitspolitische Weiterbildung

Goslar/Geltow/Berlin.

Grundkenntnisse über die politische Arbeit in der Bundeshauptstadt Berlin und Basiswissen über die Auslandseinsätze der Bundeswehr gehören u.a. zu den Informationen, die Reservisten im Rahmen ihrer Mittlertätigkeit bei Informationsveranstaltungen an die Bevölkerung weitergeben. Um für diese Aufgabe bestens gewappnet zu sein, führte die Kreisgruppe Harz im Reservistenverband mit Unterstützung der Jugendoffiziere Braunschweig jetzt eine dreitägige Informationsreise in einem Reisebus der Bundeswehr von Goslar nach Geltow und Berlin durch. Hauptmann Andreas Zimmermann arbeitete ein umfangreiches und informatives Programm für Soldaten der Reserve aus.

Besuch beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdo) ist in der Henning-von-Tresckow-Kaserne im Ortsteil Geltow der Gemeinde Schwielowsee stationiert.

Die westlich von Potsdam gelegene Kaserne wurde 1935 als Luftwaffenschule errichtet, nach dem Krieg durch sowjetische Einheiten belegt und ab 1956 von der Nationalen Volksarmee (NVA), zuerst als Luftverteidigungsschule und ab 1970 durch das Kommando der Landstreitkräfte, genutzt. Im Jahre 1990 übernahm die Bundeswehr die umfangreiche Liegenschaft und gab ihr zwei Jahre später den jetzigen Namen.
Das EinsFüKdo koordiniert in der operativen Führungsebene den personellen und materiellen Auslandseinsatz der Bundeswehr und betreibt hierfür entsprechende Operationszentralen. In einem Lichtbildervortrag informierte Major Alexander Strauß die Reservisten über den Auftrag und die Arbeit der Kommandodienststelle. Gegenwärtig befinden sich weltweit rund 3.500 Soldaten/Soldatinnen in 15 Einsätzen. Der größte und gefährlichste Einsatz ist der in Mali (Afrika).

Harzer ReservistenBesuch der Gedenkstätte Wald der Erinnerung

Neben dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr beheimatet die Henning-von-Tresckow-Kaserne die Gedenkstätte „Wald der Erinnerung“. Sie wurde im November 2014 durch die Verteidigungsministerin im Beisein des Bundespräsidenten eingeweiht und dient den Angehörigen und Kameraden der in Auslandseinsätzen verunglückten und gefallenen Soldatinnen und Soldaten als Ort für individuelle Andacht und Trauer.

Führung im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow (MHM)

Der Nachmittag am ersten Reisetag wurde der deutschen Luftfahrtgeschichte gewidmet. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung vermittelte Museumsführer Carsten Siegel viele Informationen zur bedeutungsvollen Geschichte des Flugplatzes und den ausgestellten Waffensystemen der deutschen Luftstreitkräfte vom Beginn der Fliegerei bis zur Gegenwart. Die Sammlung umfasst über 230 Luftfahrzeuge, 180 Kraftfahrzeuge, Anhänger und Großgeräte sowie zahlreiche Uniformen, Bilder und Ausrüstungsgegenstände. Als Luftkriegsschule in den dreißiger Jahren errichtet, war

der Flugplatz wichtiger Stützpunkt während der Berliner Luftbrücke 1948/49. Bis 1994 nutzte die britische Royal Air Force den Flugplatz Gatow als Hauptstützpunkt in Berlin. In den ehemaligen Flugbetriebsbereich des Fliegerhorstes zog 1995 das aus Uetersen verlegte Luftwaffenmuseum ein. Die Infrastruktur der jetzigen General-Steinhoff-Kaserne beherbergt das Kommando Luftwaffe.

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Die Reisegruppe informierte sich in den umfangreichen Dauerausstellungen über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Gedenkstätte im historischen Bendlerblock.

Besuch im Bundesministerium der Verteidigung

Der zweite Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg), befindet sich im zentral gelegenen Bendlerblock in Berlin. Fregattenkapitän Clemens Jorek vom Besucherdienst informierte in einem Vortrag unter anderem über die Struktur des BMVg, den Verteidigungshaushalt, die gegenwärtige Iststärke der Bundeswehr und beantwortete zum Abschluss einige aktuelle Fragen zur Bundeswehr und der Beschaffung von Wehrmaterial für die Truppe.

Besuch des Ehrenmals der Bundeswehr

Das Ehrenmal befindet sich auf dem Grundstück des Bundesverteidigungsministeriums und ist die zentrale Gedenkstätte für die im Dienst ums Leben gekommenen Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten.

Besuch des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude

Als Höhepunkt der dreitägigen Weiterbildungsreise stand ein Besuch des Deutschen Bundestages auf dem Programm. Nach passieren der erforderlichen Sicherheitskontrolle und einem Mittagessen im Paul-Löbe-Haus ging es durch den Fußgängertunnel, in dem die Reservistengruppe den ehemaligen Präsidenten des Reservistenverbandes MdB Roderich Kiesewetter begegneten, in das benachbarte geschichtsträchtige Reichstagsgebäude. Hier bestand die Gelegenheit, zunächst einen Gang durch die allbekannte Glaskuppel zu absolvieren. Die Harzer Reservistengruppe genoss die herrliche Aussicht auf die Bundeshauptstadt und traf den Bundesminister a.D. Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU). Auf der Besuchertribüne im Plenarsaal informierte ein Mitarbeiter des Besucherdienstes die Soldaten der Reserve über Details der politischen Arbeit im Deutschen Bundestag.

Anschließend stand Bundestagsabgeordneter Wilfried Lorenz aus Hannover den Reservisten für eine Gesprächsrunde zur Verfügung. Der 75-jährige CDU-Politiker ist Mitglied des Deutschen Bundestages in der Wahlperiode 2013 bis 2017 und gehört dem Verteidigungsausschuss als Mitglied und Berichterstatter für Materialerhaltung, alternative Finanzierungsmodelle, Reservisten und Veteranen an. Als Berufssoldat diente er in der Feldjägertruppe und wurde nach 32 Dienstjahren mit dem Dienstgrad Oberstleutnant pensioniert.

Unterkunft und Kameradschaftsabend in der Julius-Leber-Kaserne

Die 22-köpfige Reisegruppe wurde in der am Flughafen Tegel gelegenen Julius-Leber-Kaserne untergebracht.

Im Rahmen eines Kameradschaftsabends im Casino der Kaserne nutzte Hauptfeldwebel d.R. Hartmut Dege als Vorsitzender der Kreisgruppe Harz die Gelegenheit, sich im Namen aller Mitreisenden bei Hauptmann Andreas Zimmermann für die Organisation der Weiterbildungsfahrt mit einem kleinen Geschenk zu bedanken. Mit den Worten, „dieser Kompass möge im weiteren beruflichen Lebensweg immer die richtige Richtung anzeigen“, übergab der Kreisvorsitzende einen Geschenkkarton mit einem Marschkompass.

Besuch der Ausstellung Erlebnis Europa im Haus der Europäischen Union

Die Dauerausstellung „Erlebnis Europa“ im unweit vom Brandenburger Tor gelegenen Haus führt die Besucher durch die Geschichte, die Politik und das Leben in der Europäischen Union. Nach einem kurzen Vortrag verfolgten die sicherheitspolitisch interessierten Reservisten in einem 360°-Kino unter anderem eine Plenarsitzung des EU-Parlaments.

Besuch der Bundesgeschäftsstelle des Reservistenverbandes in Berlin

Bevor die Reisegruppe ihre Heimreise antrat, besuchte sie kurz entschlossen die Bundesgeschäftsstelle in Berlin des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V., die sich in der Nähe des Brandenburger Tors befindet.

Gelungene Weiterbildungsfahrt der Reserviten mit nachhaltiger Wirkung

Den mitgereisten Mitgliedern des Reservistenverbandes wird diese hervorragend organisierte Informationsreise sicherlich Dank der guten und freundlichen Betreuung durch den Braunschweiger Jugendoffizier lange in bester Erinnerung bleiben.

Text: Alfred Claußen/Helmut Gleuel
Fotos: Helmut Gleuel

Homepage: Museum Flugplatz Berlin-Gatow (MHM)
Homepage: Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdo)