Die historische Fachwerkstadt Osterwieck ist Luther-Wirkungsstätte, deshalb wurde drei Tage das Reformationsfest gefeiert.
An über 40 Häusern des aus rund 400 Häusern bestehenden Fachwerkensembles finden sich auch heute noch zahlreiche Hausinschriften, die auf ein frühes Bekenntnis der Osterwiecker zum Protestantismus hinweisen. Ein ganz besonderer Beleg ist zudem einer der frühesten protestantischen Kirchenbauten Deutschlands: die St. Stephani-Kirche Osterwieck. Aus diesem Grund veranstalteten die Stadt Osterwieck sowie die evangelische Kirchengemeinde auf dem Weg zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 erneut ein Reformationsfest.
Gleich zu Beginn des Reformationsfestes wurde die Fassade der ehemaligen Stephanischule von Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ feierlich eingeweiht. Die Alte Stephanischule kümmerte nach der Wende vor sich hin und stand leer. Nun befinden sich in dem Gebäude die Tafel für Bedürftige, das Aus- und Weiterbildungszentrum (Awz), das Möbellager der Diakonie sowie eine Yoga-Schule, Raum für Kurse für Sprachschüler, ein Chor, ein Verlag und das Stadtarchiv. Als letztes musste noch die Fassade saniert werden. Dank der Spenden der Kreissparkasse Halberstadt, der Lackfabrik sowie anderer Firmen, kamen die 25.000 Euro zusammen.
Die Prinzen in der Stephanikirche
In der Stephanikirche wurde am Abend zu einem Konzert mit der Leipziger Gruppe Die Prinzen eingeladen, das Konzert war bereits im Vorfeld mit 500 Besuchern ausverkauft. Die Prinzen sind mit 6 Millionen verkaufter Tonträger eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Bands. „Was soll Reformation in unserem Leben sein, wenn wir respektvoll und fair miteinander umgehen, das wäre schon was“, so Pfarrer Stephan Eichner bei der Begrüßung. Bei vielen Songs gingen die Zuhörer mit begeisterndem Klatschen richtig mit. Von Gabi und Klaus, dem Hit aus dem Jahre 1991, bis hin zu den erfolgreichsten Song wie Der Mann im Mond, Küssen verboten, Alles nur geklaut und Schwein sein gab es alles zu hören. Als Zugabe gab es gleich drei Songs. Vor 11 Jahren waren Die Prinzen schon einmal in Osterwieck, nach dem großen Erfolg am Freitagabend wird der nächste Besuch nicht wieder 11 Jahre dauern.
Auf dem Stephanikirchhof im Herzen der historischen Fachwerkstadt Osterwieck wurde unter dem Motto Wer schreibt – der bleibt wieder ein interessantes Programm geboten. An drei Tagen konnten die Besucher ein buntes Markttreiben mit abwechslungsreichem Bühnenprogramm, einen Festgottesdienst, Sonderführungen und vieles mehr erleben. Ein Besuch der Osterwiecker Stephanikirche, des Heimatmuseums und der Tourist-Information lohnt sich derzeit gleich doppelt. Attraktivität und Informationsgehalt der drei Einrichtungen wurden durch die vorübergehende Poster-Ausstellung Das Zeitalter der Reformation bereichert.
Die Ausstellung beleuchte die europäische Reformation mit ihren Auswirkungen bis heute.
Zu den Themen gehörten die Geschichten der Frauen in der Reformationszeit, Luthers Mitreformatoren sowie die weltweite Ausbreitung des Protestantismus. Beginnend mit Luthers Herkunft wurde der Besucher von der Tourist-Information zum Heimatmuseum geleitet, in welchem Luthers Lebenswelt dargestellt wird. Von dort ging es weiter zur benachbarten Stephanikirche, in der unter anderem die Themen Aufbruch, Blickwechsel und Nachwelt beleuchtet werden. Bei der bis Ende Oktober in der Fachwerkstadt Osterwieck befindlichen Ausstellung handelt es sich um eine Leihgabe des Landkreises Harz.
Viel Musik gab es auf der Bühne während der drei Tage, von der Bläsergruppe Langeln, von Schlager und Hits der 80 er Jahre mit Johnny und die Fallsteinboys über einem Irish-Folk Abend mit Cellart und Drunken Donkeys. Aufführungen gab es mit Alexander Röcher als Martin Luther, dem Hessener Karnevalsklub Rot-Gold, der Grundschule Sonnenklee sowie der Kita Am Langenkamp.
Mit einem Festgottesdienst, gehalten von Pfarrer Stephan Eichner in der St. Stephanikirche startete der letzet Festtag. Mit einem Frühschoppen, musikalisch begleitet durch das Fallstein- Orchester Rhoden wurden die Gäste beim Mittelaltermarkt unterhalten. Mit einem Theaterstück Halberstädter Zeitreise auf dem Schäfershof endete das Reformationsfest.
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