Sonntag, 11. Januar 2026 17:39
Menschen mit Behinderung
Behindertenbeauftragter Ulrich Heinemann stellte sein Aufgabenportfolio

Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung

Ein wichtiges Ziel des neuen Bundesteilhabegesetztes ist es, die Eingliederungshilfe zu reformieren und dabei dem neuen gesellschaftlichen Verständnis von einer inklusiven Gesellschaft Rechnung zu tragen.

Ein wesentlicher Faktor zur gelungenen Inklusion ist der Ausbau von Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Frage, wie ein inklusiver Arbeitsmarkt in der Praxis umgesetzt werden kann, wurde gemeinsam von Akteuren und Kooperationspartnern im Dorfgemeinschaftshaus anhand von Best- Praktika Beispielen vorgestellt. So wurde am 1. Januar 2014 eine Kooperation der Lebenshilfe mit dem Biolandhof Detlef Vollheyde in Weddingen eingegangen. Derzeit helfen sieben Mitarbeiter der Lebenshilfe bei der Arbeitserledigung auf dem Biolandhof. Es handelt sich dabei um sogenannte Außenarbeitsplätze, gebunden über einen Werksvertrag.

Der gesamte Bio-Hof umfasst 50 ha, davon 6 ha Gemüse, davon allein 4 ha Möhren, 700 Quadratmeter Tomatenhäuser, Kartoffeln, Buschbohnen und Zwiebeln. Die Aufgabe der sieben Mitarbeiter ist „Rund um das Gemüse“, die Pflanzenaufzucht mit der Motorhacke zu pflegen, zu ernten und verkaufsfertig zu machen. Anschließend werden Gemüseabokisten für 120 Kunden gepackt, außerdem werden in der Saison zehn Supermärkte beliefert. Nach der Prüfung im Januar erhielten nun Jim-Patrick Kommer, Simone Wesche, Julia Bertram, Alexander Kasten und Horst Abel vom Kreislandwirt Jörg Hirschfeld und vom Netzwerk „ALMA“ Rebecca Kleinheitz ihre Zertifikate.

Einige Mitarbeiter sind schon drei Jahre dabei, einige werden sich noch weiter qualifizieren und sind auf dem Weg zu einem voll ausgebildeten Landwirt.

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Clemens Ahrens, ist sehr daran interessiert an weiteren Kooperationen mit landwirtschaftlichen Betrieben, besonders mit Tierhaltung aber auch mit weiteren Feldfrüchten, um so allen „Auszubildenden“ eine Vollausbildung zum Landwirt zu ermöglichen. Joachim Probst, Vorstand vom DRK-Kreisverband stellte Melek Tabahoglu vor, sie ist seit sechs Monaten in der DRK-Kinderkrippe, Münzstraße als Hauswirtschaftshilfe tätig. Vorher war sie in der Lebenshilfe beschäftigt, in der Münzstraße hatte sie vorher ein Praktikum gemacht. Sie ist in der Küche beschäftigt, dort wird das Essen noch selbst zubereitet, außerdem unterstützt sie die Kinder beim Essen. Melek hat eine gute Entwicklung gemacht, so geht sie alleine zum Bus und fährt dann von Langelsheim nach Goslar.

Behindertenbeauftragter Ulrich Heinemann stellte sein Aufgabenportfolio vor. Im Kreishaus bietet er jeden Donnerstag, von 10 bis 12 Uhr, Sprechstunden für spezielle Beratungen von Menschen mit Behinderungen im Kreishaus an. Ulrich Heinemann gehört kommunalen Arbeitsgemeinschaften an, außerdem ist er Mitglied im Sozialausschuss und im Bauausschuss, dort setzt er sich für die Barrierefreiheit ein. Dem Behindertenbeirat gehören verschiedene Wohlfahrtsorganisationen an. Deren Aufgabenbereiche sind die Koordination der behindertenspezifischen Belange in der Region sowie die Unterstützung bei Projekten und konkreten Einzelfällen wie beim Stadtteilfestes in Jürgenohl.

Geschäftsführer Andreas Pleyer vom Integrationsbetrieb „Goslarsche Höfe“ stellte den Betrieb vor und hatte noch zwei Mitarbeiter, Andreas Wasmann und Dennis Lyra mitgebracht, beide berichteten von ihren Arbeitserfahrungen. Es sind dort 16 Mitarbeiter, davon 50 Prozent Menschen mit Behinderung, das Kaufhaus, Hof Café und die Krumme Gurke sind Orte der Begegnung von Menschen mit großen und kleinen Geldbeutel. Es wird der Verkauf hochwertiger Secondhandwaren angeboten, die Marktbesonderheiten sind selbstgerösteter Kaffee und die Krumme Gurke mit Regionalprodukten.