Mittwoch, 14. Januar 2026 11:18
Höhenvieh
Lilly, Felix und Josef Spahn beim Roten Harzer Höhenvieh

Führung zum Roten Harzer Höhenvieh

Ferienpassaktion beim Harzer Höhenvieh

Zu einer Führung zum Roten Harzer Höhenvieh hatte der Langelsheimer Züchter Josef Spahn im Rahmen der Ferienpassaktion der Stadt Langelsheim und Gemeinde Lutter eingeladen. Start war auf dem Parkplatz gegenüber der Schäderbaude, leider hatten sich nur die Kinder Lilly und Felix eingefunden.

Zusammen mit Züchter Josef Spahn und seinem HüteHöhenvieh und Schutzhund Juna einem Harzer Fuchs ging es in Richtung Am Campingplatz. Spahn erklärte den Kindern die Entstehung der Weiden und das Rote Harzer Höhenvieh. „Die Rasse war einmal ausgestorben, früher gab es einmal 150 Kühe auf den historischen Weideflächen, aber der ehemalige Langelsheimer Bürgermeister Erich Heine verliebte sich in das Rotvieh, er wollte die historischen Weideflächen wieder mit den Tieren beleben“, so Spahn.

Es wurden von Heine EU Fördergelder beantragt, es standen 600.000 Euro zur Verfügung, diese wurden aufgeteilt und 150.000 Euro gingen dann nach Wolfshagen. Der Landkreis Goslar hatte damals Aufträge vergeben, um 49,5 ha Grünflächen mit einem Zaun zu versehen. Es wurden auf sieben Kilometer Zaun insgesamt 1000 Weidepfähle gesetzt, Akazienholz aus Ungarn, mit 20 Jahren Garantie. Zur Sicherung dienen zwei Drähte, die mit Strom geladen sind.

Für einen Wasseranschluss ist auch gesorgt, dieser wurde für das seit Jahren stattfindende Landeszeltlager gelegt

Angefangen wurde über drei Jahre mit etwa 40 Tieren, nun befinden sich immer 15 Kühe und 16 Kälber auf den Wiesen. Die Kühe kommen schon tragend im Frühjahr auf die Weide, also ohne Bullen und werden immer von August bis November abkalben. Wenn eine Wiese abgefressen ist, werden die Tiere nicht verladen und transportiert, sondern durch die Wälder getrieben.

Die Herde gehört dem Biohof von Daniel Wehmeyer, aus Düne bei Osterode, er besitzt 250 Tiere, die über den ganzen Harz im Sommer auf verschiedenen Weiden grasen. Beaufsichtigt werden die Tiere von Josef Spahn und von Erich Heine. Das Rote Harzer Höhenvieh ist eine speziell gezüchtete Rasse, die hervorragend für die Harzer Bergregion geeignet ist und die durch das Abgrasen der Weiden dafür sorgt, dass die Vegetation auf den Bergwiesen erhalten bleibt, so dass sich diese im Sommer zu einer blühenden Landschaft entwickelt.

Ursprünglich sei das  Rote Harzer Höhenvieh als Dreinutzungsrind in jedem Harzer Haushalt zu finden gewesen

Dabei lieferten die Tiere neben Fleisch und Milch auch Zugkraft. Außerdem zeichnet sich die Rasse durch ihre ruhige Wesensart und Genügsamkeit aus und ist perfekt an das raue Harzer Klima angepasst. Auf den artenreichen Wiesen rund um Wolfshagen fühlt sich das Rote Harzer Höhenvieh besonders wohl und trägt aktiv zur Erhaltung dieser einzigartigen Landschaft bei. Züchter Josef Spahm besitzt auf dem ehemaligen Spintig-Biohof in Langelsheim vier gute hochwertige Mutterkühe als Hobbyherde. Darunter die Bundesreserve-Siegerin von der Bundeszuchtschau in Reinstedt. Sein Betrieb gehört der Rinder-Allianz von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an. Das Sperma für den Nachwuchs wird aus verschiedenen Bundesländern bezogen, aber auch der Natursprung kommt zum Einsatz.