Donnerstag, 8. Januar 2026 21:14
25 Jahre nach der Grenzöffnung in Hornburg

25 Jahre Grenzöffnung bei Hornburg

Hornburg. Vor 25 Jahren, am 18. November 1989, 6 Uhr, öffnete sich der Grenzzaun zwischen Hornburg, Bühne und Hoppenstedt. Zur gleichen Zeit, morgens um 6 Uhr, aber bei Dauerregen, hatte der CDU- Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg, zu einer Gedenkveranstaltung am ehemaligen Schlagbaum eingeladen. An der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen- Anhalt, am großen Informationsschild „Hier waren Deutschland und Europa bis zum 18. November 1989 um 6 Uhr geteilt“, trafen sich ehemalige und amtierende Politiker sowie Bürger aus West und Ost. Bevor der Grenzübergang eröffnet werden konnte, gab es viele technische Probleme, viele Betonpfosten, Bäume und Sträucher mussten entfernt werden, auch Kontrollhäuser mussten noch aufgestellt werden. In den ersten Monaten war der Übergang nur für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, später, nach der Erneuerung der Straße in Richtung Hoppenstedt, konnten auch PKW den Grenzübergang benutzen. „Morgen früh macht die Grenze in Hornburg auf, deshalb haben wir noch Südfrüchte beim Bürgerabend gesammelt“, erinnerte sich Oesterhelweg noch genau. Neben der Freude über das Ende des zweigeteilten Deutschland, sollte man auch die nicht vergessen, die an der Grenze ihr Leben ließen. Bei Fackelschein gedachte man den getöteten Personen.

25 Jahre nach der Grenzöffnung in Hornburg
25 Jahre nach der Grenzöffnung in Hornburg
Anschließend pilgerten die Gäste zur Gaststätte Willeckes Lust, um bei einem gemeinsamen Frühstück Erinnerungen wiederkehren zu lassen und an Menschen zu denken, die sich ganz besonders um ihre Mitmenschen kümmerten, die aus dem Osten in den Westen reisten.Einer von ihnen war der Isingeröder Eberhard Lüttgau. „Wohl kaum ein Name ist mit der Grenze durch unsere Heimat so eng verbunden, wie der Eberhard Lüttgaus. Er hat sich auf vielerlei Weise vor der Grenzöffnung für die Wiedervereinigung eingesetzt und sich vorbildlich engagiert, um den Menschen in seiner alten Heimat zu helfen und zu unterstützen.
Eberhard Lüttgau hatte, geboren in Göddeckenrode, seine Wurzeln im Osten, aber seine Krone gedieh im Westen. Er hat sich Zeit seines Lebens um andere Menschen gekümmert und besonders nach der Grenzöffnung viel getan. Es hätte ihn sicher gefreut, dass wir uns heute an ihn erinnern“, ehrte Oesterhelweg den im Juni verstorbenen Lüttgau. Er war 50 Jahre aktiver Politiker und konnte von seiner Terrasse in Isingerode auf das Elternhaus, der Mühle im Osten, schauen. Nach der Grenzöffnung packte er in seiner alten Heimat mit an, er unterstütze die Kommunen, hat bei der Flurbereinigung geholfen und sich um die Kirchensanierung gekümmert.
Die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck, Ingeborg Wagenführ, kann sich noch genau erinnern, dass sich nur wenige Jugendliche zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 gemeldet hatten. Alle spürten schon damals, dass bald irgend etwas passieren wird. Auch die Bürgermeisterin musste das Thema Südfrüchte noch einmal ansprechen: „Damals bekamen wir eine Tag im Monat als Haushaltstag frei. Dann sind wir mit dem Zug nach Berlin gefahren und haben einen ganze Tasche Apfelsinen gekauft,“ so die Bürgermeisterin. Erfreut zeigte sich auch, dass hier drei Generationen am Tisch sitzen und dass viele neue Freundschaften entstanden sind und auch noch bestehen. Auch der Ratsvorsitzende und zugleich Wülperodes Bürgermeister Dirk Heinemann war unter den Gästen, er plant am 10. Februar 2015 mit Wiedelah eine Feier zum Grenzjubiläum.
Einen Arbeitsplatz erhielt Siegfried Dieckmann aus Osterwieck, er war bei Wende noch Ratsherr. Dieckmann war bei der damaligen Samtgemeinde Schladen von 1994 bis 2004 als Leiter des Bauhofes beschäftigt. Am Abend gab es einen Vortrag mit vielen Dias von Henning Meyer mit dem Thema „Geschichte der Zonengrenze“ im Grenzlandraum des Heimatmuseums. Gäste waren dabei Politiker aus Gemeinden, Städten und der Landkreise beider Bundesländer.