Sonntag, 5. Februar 2023 17:53
Infotafel

Infotafel an der innerdeutschen Grenze bei Wiedelah abgeflext

Bei Wiedelah wurden an der ehemaligen innerdeutschen Grenze eine Infotafel abgeflext und drei Schautafeln abgeschraubt

Infotafel abgeflextAm Samstagmorgen um 7.15 Uhr befuhr ein Landwirt aus Lochtum mit seinem Trecker von Wiedelah die L90 in Richtung Schladen. Er traute seinen Augen nicht als er an der Stelle wo sonst die Infotafel zur Wiedervereinigung steht (die vor zehn Jahren das Land Sachsen-Anhalt aufgestellt hatte) diese nicht mehr vorhanden war. Es wird vermutet, dass mehrere Täter gezielt und gut vorbereitet in der Nacht von Freitag auf Samstag vorgingen, denn die Befestigung aus Stahl der Infotafel wurde fachmännisch abgeflext. Der Landwirt informierte Andreas Weihe vom Heimatmuseum in Abbenrode und Lothar Engler aus Wiedelah vom Grenzerkreis, beide eilten gleich an die Landesgrenze. „Ich konnte das erst gar nicht glauben, ich saß gerade beim Frühstück“, sagte Lothar Engler.

Hundert Meter weiter am Grenzdenkmal wurden ebenso die drei hölzernen Informationstafeln aus der Verankerung geschraubt, eine wurde etwa 50 Meter weiter in Richtung des Flusses Oker geworfen. Zwei Tafeln blieben direkt daneben liegen. Ein Schaukasten wurde zerstört, bei weiteren sind die Dächer beschädigt worden.

30. Jahrestag des Mauerfalls wird zum traurigen Ereignis

Infotafel liegt 50m weiter „In Berlin ist vor 30 Jahren die Mauer gefallen und in Wülperode sind die Denkmäler gefallen“, so Andreas Weihe vom Heimatmuseum in Abbenrode. „Es sollte ein freudiger Tag werden, der 30. Jahrestag der Fall der Mauer, aber es ist ein trauriges Ereignis, ich bin wütend und fassungslos“, so Projektinitiator Sebastian Knobbe vom Fallstein Gymnasium aus Osterwieck. Knobbe kam zum Denkmal, wo Schüler in einem Schulprojekt, welches in Deutschland einmalig ist, Schautafeln errichtet hatten und das Gelände pflegten, wofür das Gymnasium mit dem Denkmalpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurde.

Geplante politisch motivierte Tat

Infotafeln abgeschraubt„Die Schilder wurden herausgenommen und hingelegt, das war kein blinder Vandalismus, sondern eine geplante politisch motivierte Tat zum 9. November. Es gibt noch Leute, die nicht zufrieden sind und so den Unmut äußern“, so der Lehrer. Auch der Ortsbürgermeister von Wülperode wurde informiert und kam vorbei, „Am 9. November – das hat Symbolkraft“, betonte Dirk Heinemann, der auch Stadtratsvorsitzender in Osterwieck ist. Am Samstagvormittag waren die alarmierten Polizeibeamten vom Harzer Polizeirevier noch vor Ort, um den Sachverhalt aufzunehmen und Spuren zu sichern. Es wird zunächst wegen Sachbeschädigung ermittelt, möglicherweise wird der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernehmen. Der Bauhof der Stadt Osterwieck hat die Schautafeln erst einmal in einem Lager in Wülperode zwischengelagert.