Dienstag, 1. Dezember 2020 2:36
Zwergstrauchheiden

Förderung der Zwergstrauchheiden auf der Brockenkuppe

Zwergstrauchheiden zur Unterstützung der Brockenanemone

Förderung der Zwergstrauchheiden auf der Brockenkuppe

Die sogenannte Brockenanemone-Heidekraut-Heide oder das Anemono micranthae-Callunetum, wie der Pflanzensoziologe sagt, ist eine höchst schutzwürdige Pflanzengesellschaft, die deutschlandweit nur im Harz auf dem Brocken vorkommt. Wie es der Name verrät, kommen in dieser Pflanzengemeinschaft die Brockenanemone (Pulsatilla alpina ssp. alba) und die Besenheide (Calluna vulgaris) gemeinsam vor.

Im Gegensatz zu anderen Heideflächen, zum Beispiel in der Lüneburger Heide, wo der Wald verdrängt wurde und die Heide sich ausbreitete, benötigt man auf dem Brocken keine Heidschnucken, die die Besenheide kurz halten und damit immer wieder verjüngen. Dies erledigen auf dem Brocken der permanente Wind und Sturm, vor allem im Winter, wenn Schnee und Eis über die Flächen geblasen werden. Es handelt sich um eine Bergheidengesellschaft, die natürlicherweise nur oberhalb der Waldgrenze am Brocken vorkommt.

Will man die hier vorkommende Brockenanemone vor dem Aussterben bewahren, muss man die Vergrasung des Berges verringern und den Anteil der Heideflächen erhöhen

Im Rahmen des Umweltsofortprogramms des Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen-Anhalt wurden Fördermittel zur Verfügung gestellt, um Brockenflächen für die Bepflanzung vorzubereiten und die Anzucht von 15.000 Heidepflanzen in Auftrag geben zu können. Die Bad Harzburger Gärtnerei Pake, die den Zuschlag hierfür bekam, erhielt autochthones Stecklingsmaterial vom Brocken und schaffte es, von September 2019 bis Mai 2020, 5.000 kräftige Pflanzen heranzuziehen. 2021 und 2022 werden noch einmal je 5.000 Pflanzen geliefert, so Dr. Gunter Karste von der Nationalparkverwaltung Harz, der für den Brockengarten verantwortlich ist.

Den Transport der Heidepflanzen übernahm der Mitarbeiter des Nationalparks Harz Reinhard Hamann und das Pflanzen der Heide erledigten größtenteils die Nationalparkmitarbeiter Ingo Matscheroth und Marzel Drube, die zusammen mit Holger Bührig zum Brockengartenteam gehören.

Schaut man sich die Heideflächen auf dem Brocken an, die im Rahmen ehrenamtlicher Arbeitseinsätze entwickelt wurden, so stellt man fest, dass sich der Aufwand lohnt. Der größte Teil des heute noch vorhandenen Bestandes an Brockenanemonen kommt genau auf diesen Flächen vor.

Zum Abschluss der Pflanzaktion hat sich die Gärtnerei Pake bereit erklärt, die letzten 500 Heidepflanzen mit den Betriebsgärtnerinnen auf dem Brocken zu pflanzen. Das wird bald stattfinden.

Fotos: Dr. Gunter Karste

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