Mittwoch, 28. September 2022 17:35
Firma Must

Firma Must feiert 110 Jahre Betriebsjubiläum

Seit 110 Jahren ist die Firma Must, Metall-Container Recycling GmbH, in Familienbesitz

Der Grundstein wurde im November 1909 in Bad Harzburg durch Karl und Hermine Must als Rohproduktengroßhandlung Karl Must OHG gelegt. Nun wurde am Freitag mit einem Jubiläums-Festakt in der Schlosserei des Weltkulturerbes Rammelsberger Bergbaumuseum mit geladenen Gästen und Mitarbeitern gefeiert. Grußworte gab es vom Geschäftsführer des Weltkulturerbes Rammelsberg, Gerhard Lenz sowie Ingo Must, geschäftsführender Gesellschafter und Detlef Mittendorf, Geschäftsführer der Must Metall-Container Recycling GmbH. Außerdem hielten Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk und Rechtsanwalt Dr. jur. Rainer Cosson, Hauptgeschäftsführer BDSV Düsseldorf eine Laudatio.

Barfuß mit Kiepe und später mit Handwagen

5-jähriges Jubiläum mit Hundegespann

Interessant ist, wie die Firma entstanden ist, denn es ist heute kaum vorstellbar, was Hermine Must in den Jahren der Existenzgründung geleistet hat. In einer geräumigen Kiepe schleppte sie aus den Harzorten, barfuß gehend um die Schuhe zu schonen, das Gesammelte nach Hause, später löste der Handwagen die Kiepe ab. Nach drei Jahren reichte es zu einem Hundegespann. Es mussten zu dieser Zeit neun Kinder ernährt werden. 1914 konnte das erste Pferd angeschafft werden. Mit einem alten Paketwagen der Post versuchte man 1925 auf den Motorbetrieb umzustellen, es war das erste Auto und 1934 kaufte man einen 4,5 t der Marke Büssing. Karl Must erlebte nicht mehr den Höhepunkt seines Unternehmens und verstarb 56-jährig im Jahr 1929. An seine Stelle trat seine Frau Hermine, die bis 1937 die Firma leitete. Ihre Kinder, fünf Söhne und vier Töchter, waren im Betrieb angestellt.

Kinder führen Aufstieg des Familienunternehmens fort

Die fünf Söhne übernahmen die Firma, die Töchter inzwischen verheiratet blieben im Betrieb und Oma Hermine hat sich um die Enkel gekümmert. Während des Krieges wurden die zwei jüngsten Söhne eingezogen, die Ehefrauen und ihre Töchter hielten das Geschäft aufrecht. Mit großem Fleiß gingen nach dem Krieg die fünf Brüder Hermann, Wilhelm, Karl, Richard und Otto Must ans Werk und setzten den Aufstieg der Firma fort. Seit 1958 ist Martel Must die tragende Kraft im Familienunternehmen. In den 80er Jahren hat der Betrieb in der Wülperoder Straße in Wiedelah eine enorme Expansion erfahren. Sohn Ingo, ein Groß- und Außenhandelskaufmann, ist seit dem 1. Februar 1985 als 4. Generation im Betrieb tätig. Sohn Thomas, der nach seiner Lehre als Industriekaufmann, Betriebswirtschaft studiert hat, stieg am 1. November 1995 in den Betrieb ein.
Anfang der 70er Jahre wurden auf dem ehemaligen Güterbahnhof in Vienenburg 21.000 Quadratmeter Fläche gekauft und aus Platzgründen in Wiedelah hier 1995 eine neue Betriebsstätte errichtet, die im Jahr 1996 als Schrottplatz im Grünen bezogen wurde.

Nach wie vor ist die Firma Must ein unabhängiges Familienunternehmen

Moderner Containerdienst

Verbunden mit einem modernen Containerdienst, gehört das Sammeln von Abfällen, Schrott und Metallen immer noch zum Alltagsgeschäft. Als einer der ersten Entsorgungsfachbetriebe im mitteldeutschen Raum, bietet die Fa. Must mit einer professionellen Logistik für Privat, Handwerk, Gewerbe und Industrie, die fachgerechte Verwertung bzw. Entsorgung von Abfällen, wie zum Beispiel Baustellenabfälle, Bauschutt, Holz Grünschnitt und vieles mehr. Dafür stehen zurzeit 10 moderne LKWs mit über 1100 Container, von einem bis 37 Kubikmeter zur Verfügung. Aktuell bietet die Firma 27 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz. Seit 2017 ist Detlef Mittendorf der Mitgeschäftsführer. Denn in der Zeit knapper werdender Ressourcen und Klimaschutz wird das Recycling immer wichtiger. Durch das Erfassen, Sortieren und Verwerten entsteht aus vielen Abfällen der Sekundärrohstoff für die Kreislaufwirtschaft.
Die Firma Must betreibt aktiv Umweltschutz. So macht sie mit ihrer Arbeit die Welt nachhaltiger für die nachfolgenden Generationen. Das 100-jährige Jubiläum wurde nicht gefeiert. Wegen der Weltwirtschaftskrise war der Firma nicht zum Feiern zu Mute, das wurde beim 110-Jährigen nachgeholt.